Posts mit dem Label Orte & Natur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Orte & Natur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 22. Oktober 2018

Beautiful dark nature

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute nur mal einige Impressionen der dunklen Fotografie. Jetzt, wo der Sommer definitiv zu Fliehen beginnt, eine Erinnerung an die in Blüte stehende Natur, die nun dem herbstlichen Verfall weicht. Eigene Aufnahmen selbstverständlich. Wie wünderschön doch die Natur sein kann. Einfach mal zum Genießen.






Eure


Sonntag, 5. August 2018

Die Schwarze Witwe in Darmstadt - Friedhofsgeflüster auf dem Parkfriedhof

Meine Lieben alternativen Menschen!

Vor gar nicht allzu vielen Tagen verließen Victor und ich unsere Stube, um einem interessanten und den Meisten wohl eher morbide erscheinenden Erlebnis beizuwohnen:
Die Schwarze Witwe (alias Dr. Anja Kretschmer) nahm die beschwerliche Reise durch etliche Jahrzehnte auf sich, um im Zentrum des Jugendstils uns Interessierten die bestattungskulturellen Gebräuche des späten 19. Jahrhunderts näher zu bringen.

Und für viele unter euch vermutlich nicht die größte Überraschung: da mussten wir doch hin. Da wir tatsächlich auf unseren WGT-Besuchen bisher noch nie eine Friedhofsführung besucht hatten, bot sich jetzt dieses Heimspiel doch mehr als an.


Nachdem die Schwarze Witwe uns empfangen und darüber aufgeklärt hatte, dass sie es als wichtig empfinde, sich im Leben mit dem Tod auseinander zu setzen, da dieser wohl jeden von uns betrifft, ging mir zum ersten mal das Herz auf. Zum Einen, weil es genau das trifft, was ich in unserer leistungsorientierten, von Selbstoptimierung und Jugendwahn nur so strotzenden Gesellschaft absolut vermisse: Auseinandersetzen mit den unausweichlichen Dingen, Alter und Krankheit nicht als "Versagen" sehen. Zum Anderen, weil eben nicht nur Schwarzvolk bei dieser Führung anzutreffen war, von welchem ja durchaus bekannt ist, dass sie diese Thematiken nicht verdrängen, sondern weil auch etliche Stinos anzutreffen waren, die sich offenbar für dieses Thema sehr interessierten. Vielleicht besteht also doch noch ein Funken Hoffnung für unsere Gesellschaft.

Dr. Anja Kretschmer, alias "Die Schwarze Witwe"

Und von der Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod strotzte, wenig überraschend, die Führung. Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, sei euch gesagt: Der Umgang mit dem Sterbeprozess und die Bestattungskultur einer doch wenig aufgeklärten Gesellschaft ist äußerst interessant, teilweise natürlich morbide, aber eben auch unterhaltsam, sogar manchmal lustig und vor allem eins: Der Tod ist Teil des Lebens, Teil der Gesellschaft und wird nicht komplett verdrängt, wie in unserer heutigen "forever young"-Verblendung.

Begleitet wurde diese Auseinandersetzung von anschaulichen Beispielen, die selbst Menschen wie uns, die sich deutlich intensiver mit morbiden Themen auseinandersetzen, als die Stino-Gesellschaft, zum Teil neue Informationen anschaulich vermittelten.



Zum Abschluss: Ich empfehle jedem, der nicht davor zurückschreckt und sich mal ein wenig näher mit der Thematik Sterben und Tod auseinander setzen möchte, diese Führung zu besuchen. Die Führung ist keine bloße Aneinanderreihung von Informationen, die Schwarze Witwe bringt auch Neulingen auf erfrischende Art und Weise dieses Gebiet näher. Alle Informationen zum Friedhofsgeflüster, welches regelmäßig auf verschiedensten Friedhöfen Deutschlands angeboten wird, findet ihr auf der Homepage Kretschmers. Darüber hinaus gibt es noch weitere Einblicke in ein vielfältiges Programm jenseits des Geflüsters.

Und eine weitere Empfehlung meinerseits: setzt euch mit dem Thema Tod und Sterben auseinander. Seht die gesellschaftliche Verblendung, die vermittelt, dass Krankheit und Tod quasi nicht existieren. Denn nur wer sich seiner Sterblichkeit bewusst ist, kann das Leben richtig schätzen und lieben lernen. So. Wort zum Sonntag - im wahrsten Sinne.

Also meine Lieben: bis dahin!
Cheerio and stay different!

Eure


Mittwoch, 22. Februar 2017

Sonntagsspaziergang: Besuch auf dem Alten Friedhof Darmstadt

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

An einem der vergangenen Wochenenden suchten mein Liebster und ich eine Möglichkeit, schnell mal ein bisschen ins Grüne zu kommen. Wer das Großstadtleben kennt, weiß, dass dies gar nicht so einfach ist. Zwar hat man hier und da mal einen Park, aber ich möchte ja auch nicht immer das Gleiche sehen. Etwas Abwechslung sollte schon drin sein.

Und so kam es, dass ich kurzerhand mein Büchlein über die Darmstädter Ehrengrabmäler herauskramte und wir uns - ganz in Grufti-Manier - auf den Weg zum Alten Friedhof machten, der quasi einen Katzensprung von uns entfernt ist.

Für alle, die es morbide finden, auf dem Friedhof spazieren zu gehen, damit aus irgendwelchen Gründen nicht klarkommen (aber im Parisurlaub den Montmartre oder die Katakomben besuchen geht klar - aber das ist ja Urlaub, da kennt einen ja niemand und außerdem hat man dann auch was zu erzählen, was btw. sowieso niemanden interessiert - ist das eigentlich so eine Art Ballermann- Phänomen? Im Urlaub tut man Dinge, die man so gern machen würde, sich im "normalen" Leben aber nicht traut? Der kalkulierte, erlaubte, gesellschaftlich tolerierte Ausnahmezustand? So wie Karneval? Aber ich schweife ab...) oder auch es zu klischeehaft finden: wegklicken. Oder: deal with it!

Alter Friedhof Darmstadt

Alter Friedhof Darmstadt

Allein die Tatsache, dass es wissenschaftliche Bücher zu Friedhöfen und Gräbern gibt, sollte da ein wenig zur Erweiterung des Horizonts beitragen. Friedhöfe sind nicht böse, wirklich nicht, versprochen. Jedenfalls nicht, solange die Zombieapokalypse noch nicht losgebrochen ist. Im Gegenteil: Sie sind ein Ort der Ruhe, den man oftmals mitten in großen Städten finden kann. Und sie sind ein Ort der Kunst: der sakralen Kunst, die häufig mit sehr viel Hingabe und mit eben so viel Gefühl entstanden ist, denn was ist ein stärkerer Eingriff in das Leben als der Tod und was löst beim Menschen mehr Gefühle aus? Ich weiß, in unserer heutigen Gesellschaft ist es wirklich nicht mehr en vogue, sich mit dem Tod zu befassen, sich mit Vergänglichkeit auseinander zu setzten. Aber der Schreiberling (die Schreiberline?) dieses Blogs ist ja ein Grufti - so come on ;)

Nun mal zur Sache: selbstverständlich haben wir für euch ein paar Bilder gemacht:

Alter Friedhof Darmstadt
Alter Friedhof Darmstadt

Die Stadt Darmstadt legt nach eigenen Angaben einen großen Wert auf eine lebendige Erinnerungskultur. Daher pflegt sie unter anderem mehr Ehrengrabmäler, als andere vergleichbare Städte dies tun. Einige hiervon kann man auf dem Alten Friedhof entdecken. Und Victor und ich hatten dies auch wirklich vor - aber wir haben uns viel zu sehr von allem drumherum ablenken lassen. Also waren wir beim "abklappern" der im Buch aufgeführten Gräber tatsächlich nur so halb dabei. Trotzdem haben wir einige Dinge einfangen können, die die Atmosphäre des Friedhofs in meinen Augen ganz gut wiedergeben.

Alter Friedhof Darmstadt

Alter Friedhof Darmstadt
Alter Friedhof Darmstadt

Der unter Denkmalschutz stehende Alte Friedhof hat für die Stadt Darmstadt eine besondere historische Bedeutung, nicht zuletzt auf Grund der erwähnten Ehrengrabmäler. Allerdings auch, weil er die verheerenden Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, die ca. 80% der Stadt zerstörten, größtenteils gut überstanden hat. Er wurde 1828 errichtet und mehrmals erweitert. Davon zeugen auch heute noch Spuren: der Friedhof ist durchzogen von Mauerwerk, das ihn mehrfach unterteilt.

Alter Friedhof Darmstadt

Alter Friedhof Darmstadt

Alter Friedhof Darmstadt

Neben den reichlich verzierten Grabstätten selbst, sind Friedhöfe wie ich finde auch ein idealer Ort, um dem Charme des Verfalls zu erliegen: oft findet man alte Gebäude, moosüberzogen, der Putz bröckelt von den Wänden, verzierte rostige Stahltore...

Grabmahl, Alter Friedhof Darmstadt

Trauernde, Alter Friedhof Darmstadt
 
Putte, Alter Friedhof Darmstadt

Alter Friedhof Darmstadt

So, das war es nun mit dem kleinen bebilderten Eindruck und der Geschichtsstunde. Wenn es im Sommer ein wenig wärmer ist, werde ich den ca. 13ha. großen Friedhof noch einmal genauer erkunden, mit der Kamera, natürlich.

Ach ja, zum Abschluss: hab nen neuen Buddy gefunden. Hat ganz brav für meine Kamera posiert. Mag auch Friedhöfe:



Bis dahin: cheerio and stay different!


Eure

Mittwoch, 25. Mai 2016

Ein Sonntagsspaziergang auf der Rosenhöhe: Der Ort

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Heute ist es Zeit für einen besonderen Sonntagsspaziergang, denn heute geht es nicht um das Outfit oder Styling (dafür gibt es einen extra Post), sondern um den Ort. An diesem Sonntag, der ja immerhin der World Goth Day (mehr Infos: http://worldgothday.com/) war, habe ich mich dazu entschlossen, einen besonderen Ort aufzusuchen: Die Rosenhöhe in Darmstadt.

Altes Mausoleum, Rosenhöhe Darmstadt
Löwentor, Rosenhöhe Darmstadt

Die Rosenhöhe in Darmstadt wurde im frühen 19. Jahrhundert von der großherzoglichen Prinzessin Wilhelmine in Auftrag gegeben. Sie ist für viele bestimmt auch nichts anderes, als jeder andere Park der Stadt Darmstadt - ein bisschen Grün, ein bisschen Natur, gut für einen kleinen Spaziergang. Nicht zu verdenken, betrachtet man die Schönheit des Parks. Ein kleiner Eindruck für alle unter euch, die die Rosenhöhe nicht kennen...ich habe bewusst Motive gewählt, die man nicht sofort beim googlen der Rosenhöhe in zigfacher Ausführung zu sehen bekommt, daher vielleicht auch ein paar neue Eindrücke, für alle, die sie kennen:

Eindrücke

Eindrücke

Eindrücke

Eindrücke
 
Eindrücke

Ich finde diesen Ort, abgesehen von seiner schönen Erscheinung und der Natur, irgendwie speziell. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich zugezogen bin und daher sowieso alles mit anderen Augen sehe, als der "Eingeborene" oder daran, dass der Park auch die Begräbnisstätte der großherzoglichen Familie darstellt.

Neues Mausoleum, Rosenhöhe Darmstadt

Neues Mausoleum, Rosenhöhe Darmstadt

Neues Mausoleum, Rosenhöhe Darmstadt

Für eine gewisse Zeit habe ich mich in Verbindung mit meinem Studium und einem Praktikum näher mit der großherzoglichen Familie auseinander setzen dürfen. Ich konnte Tag für Tag mit persönlichen Gegenständen der Familie arbeiten.
Normalerweise bin ich kein großartiger Adelsfamilien-Fan und kenne mich da auch nicht sonderlich gut aus. Klar, Queen Elisabeth erkenne ich wohl... aber da hört es schon fast auf. Die Geschichte der letzten Mitglieder dieser Familie und vor allem auch die Schicksalsschläge, die die Familie erlitten hat, haben mich jedoch irgendwie gefangen und "fasziniert".

Elisabeth von Hessen-Darmstadt, die einzige Tochter des letzten Großherzogs von Hessen-Darmstadt, Ernst Ludwig, starb im Alter von 8 Jahren, vermutlich an Typhus. Sie wurde der Tradition gemäß auf der Rosenhöhe beigesetzt. Ihr Grab wird von einer Engelsfigur geschmückt. Wie mir bei meinem ersten Besuch auf der Rosenhöhe mit einem ironischen Augenzwinkern mitgeteilt wurde, das "wohl beliebteste Fotomotiv für Gruftis auf der Rosenhöhe". Gesagt, getan: gleich mal ein paar Fotos geschossen:




Engelsfigur, Jugendstilkünstler Ludwig Habich

Nach seinem Tod 1937 wurde Ernst Ludwig auf seinen Wunsch neben seiner verstorbenen Tochter beigesetzt. Kurz darauf kamen seine zweite Ehefrau Eleonore, ihr gemeinsamer Sohn und Erbe des Hauses Georg Donatus, dessen schwangere Ehefrau und deren beiden noch jungen Söhne bei einem Flugzeugabsturz über Belgien ums Leben und wurden mit Ernst Ludwig gemeinsam beigesetzt. Ernst Ludwigs zweiter Sohn Ludwig adoptierte darauf die Tochter seines Bruders Georg Donatus, die sich nicht mit an Bord des Flugzeuges befand und gerade mal ein Jahr alt war. Sie starb zwei Jahre später an einer Hirnhautentzündung. Ludwigs Ehe blieb kinderlos, was zur Folge hatte, dass es keinen direkten Erben des Hauses Hessen-Darmstadt mehr gab (dieses Problem wurde allerdings mit einer Adoption gelöst).

Ehemaliges Palais

Die Geschichte der Familie macht mich nachdenklich. Die Schicksalschläge zeigen, dass der Tod weder vor Jugend noch vor Titel halt macht. Auch in der früheren Geschichte des Hauses findet man enorm viele tragische Todesfälle, die den Rahmen dieses Eintrags allerdings definitiv sprengen würden. Und darum soll es ja auch gar nicht gehen. Ich möchte nur vermitteln, warum ich die Rosenhöhe irgendwie besonders empfinde und ich hoffe, es ist mir gelungen. Die Gräber aller erwähnten Familienmitglieder befinden sich auf der Rosenhöhe, daher überkommt mich immer wieder erneut dieses memento mori Gefühl, wenn ich dort bin. Vielleicht auch, weil ich die Geschichte kenne und mich, wie bereits erwähnt, mit persönlichen Gegenständen, wie Fotoalbem, auseinander setzen durfte. Der Park zeigt in all seiner Schönheit auch die Vergänglichkeit. Und das fasziniert mich wohl so.

Pförtnerhäuschen

Aber nun genug von der Geschichte des Ortes und der Adelsfamilie. Für alle, die jetzt gern mehr Information über die Rosenhöhe hätten, der Link des Fördervereins: http://www.park-rosenhoehe.info/index.html.

Eindrücke
Eindrücke


Eindrücke

Ich hoffe, ich konnte euch mal wieder ein wenig inspirieren, vielleicht sogar zu einem kleinen Ausflug zur Rosenhöhe, sei es mal wieder oder zum ersten Mal.

In diesem Sinne: Cheerio and stay different! Wenn ihr mögt bis zum Fotoshooting- und Outfit- Post.

Eure Mina Miau