Es ist nach laaaanger Zeit mal wieder soweit: ich habe einen kleinen Outfitpost für euch. Oberflächlicher Mädchenkram also - "Elite" bitte wegklicken.
Auch die Tage dieses Wahnsinnssommers sind wohl so langsam gezählt, die Baüme werden braun, die ersten Blätter fallen. Solange wir noch ein paar wenige schöne warme Tage zählen können, hier ein sommerlicher dunkler und vintage-inspirirter Outfit-Post für euch.
Dieses wunderschöne Spitzenkleid habe ich in der Sale-Bademodenabteilung gefunden. Soll wohl demnach ein Strandkleid sein (viel zu schade nur für den Strand, an dem wir Schwarzmenschen uns ja auch soooo oft tummeln) und - wie ihr euch jetzt vermutlich denken könnt - eigentlich komplett durchsichtig. Nun bin ich doch nicht so freizügig und es käme auch dem Vintage-Charme nicht entgegen, daher trage ich eines meiner vielen schlichten schwarzen Kleider darunter. Allerdings eines mit einem passenden Schnitt, welcher die wunderschöne Spitze trotzdem in den Vordergrund rückt.
Ist die Spitze nicht wunderschön zart? Besonders die luftigen Ärmel haben es mir angetan. Spitze geht immer, wie ich finde. Vollkommen legitim, sowohl in der Vintage-Fashion als auch bei der Kleidung im Goth-Stil. Man denke nur an die wunderschönen und nicht selten mit Spitze schon fast überladenen Barockkleider, die nicht zuletzt auf den großen Festivals von ihrem Trägerinnen vorgeführt werden. Mir persönlich ein bisschen zu viel - daher bleibe ich bei der schlichteren Variante - dennoch hübsch anzuschauen. Kombiniert habe ich zu diesem Kleid eine schwarze Umhängetasche mit Messing Applikationen und schlichte schwarze Ballerinas. Fehlt nur noch ein wenig Schmuck und die obligatorische Sonnebrille.
Das war mein kleiner Outfitpost für euch. Genießt die letzten Sommertage.
Cheerio and stay different! Bis ganz bald!
Eure
Welch alternativer Geist unter uns kennt das Problem nicht: Man plant eine Feier, welcher Art auch immer, auf der eben nicht nur Anhänger gewisser Szenen sind, sondern auch Stino-Freunde und/oder Familie. Trotzdem möchte man jeden einzelnen dieser Menschen nicht missen. Und auch szeneintern gehen ja die Musikgeschmäcker schonmal ziemlich weit auseinander.
Wir hatten uns bei unserer Hochzeit dazu entschlossen, keinen großen Party-Abend zu veranstalten. Das hat mehrere Gründe. Erstens sind wir beide nicht so der Typ Mensch, der gern gefeiert wird und im Mittelpunkt steht. Introvertierte Gruftis halt. Zweitens: Wir sind alt und wollen nicht erst ins Bett, wenn die letzte Schnapsleiche, nennen wir sie Onkel Otto, vom Tresen kippt. Aber natürlich würde sich auch die Problematik ergeben, wie wir unsere bunt gemischten Gäste musikalisch unterhalten sollten. Egozentriker würden jetzt die "Aber es ist meine Hochzeit und da mache ich, was ich will"-Keule rausholen. Und prinzipiell sage ich dazu auch: ja, richtig. Es ist meine Hochzeit und ich sollte sie so feiern, wie es mir gefällt. Allerdings finde ich auch, dass sich meine Gäste wohlfühlen sollten. Das heißt in meinen Augen: Kompromisse müssen bis zu einem gewissen Grad einfach sein, Helene-Fischer-Party aber nicht.
Nun hieß es für Victor und mich: Eine Playlist zusammenstellen, die tauglich für eine Feier ist, an der die unterschiedlichsten Menschen teilnehmen, aber keine Party sein soll, auf welcher man tanzt. Hintergrundmusik, die den besonderen Tag begleitet, unserem Geschmack entspricht und bestenfalls das Motiv des Tages aufgreift. Bei einer Hochzeit also: Liebe, Zweisamkeit, Emotion.
Wie ich das Internet stundenlang durchwühlt habe. Stunden! Und wie ich mich durch unzählige Foreneinträge geklickt habe, in denen ich manchmal wirklich die - sorry - dämlichsten Dinge lesen musste, alá "Liebeslieder in der schwarzen Musik? Ich könnte kotzen, wie seid ihr denn drauf?" Offenbar haben viele Leute sich immernoch nicht ernsthaft mit den Thematiken "ihrer" Subkultur auseinander gesetzt. Nun soll dies nicht in einer Belehrung geistig minderbemittelter Mitmenschen enden, die vermutlich außer Rammstein und Agonoize nicht viel kennen, aber es sei euch gesagt: Liebe ist, ebenso wie Tod und Vergänglichkeit, großes Thema. Ziemlich oft auch in Verbindung. Kleiner Tipp am Rande.
Und eben weil ich das Internet stundenlang durchsucht habe und nur sehr sehr schwer fündig geworden bin, füttere ich jetzt selbst jenes mit einigen - in meinen Augen - hilfreichen Ideen.
Selbstverständlich griffen wir auch auf unseren bereits vorhandenen Wissensfundus zurück. Was hören wir, was lieben wir? Da waren unter anderem Deine Lakaien natürlich ganz weit vor mit dabei, ebenso wie The Cure, Depeche Mode oder auch die Sisters... Von den heftigen Metal-Brettern haben wir ein wenig Abstand genommen. Aber wozu noch lang herumlamentieren, hier unsere mit viel Mühe und Liebe zusammen gestellte Playlist (Prinzipienreiter aufgepasst: es ist auch unschwarze Musik dabei):
Asp
Mein Herz erkennt dich immer
Bauhaus
All we ever wanted was everything
Dave Gahan
Saw Something
Dead Can Dance
Dont fade away
Dead Can Dance
In Power We Entrust The Love Advocated
Deine Lakaien
Sometimes
Deine Lakaien
Wunderbar
Deine Lakaien
Vivre
Deine Lakaien
The Game
Deine Lakaien
Into my Arms
Depeche Mode
Somebody
Faith and the Muse
Vervain
Johnny Cash
The first time I ever saw your face
Lacrimas Profundere
Sad Theme for a Marriage
Lana Del Ray
Young And Beautiful
My Dying Bride
For My Fallen Angel
Nancy Sinatra
Bang Bang
Nancy Sinatra
Summer Wine
Nick Cave & The Bad Seeds
Into My Arrns
Silke Bischoff
Marry me
The 69 Eyes
Eternal
The Mission
Stars don't shine without you
Edward Scissorhands
The Ice Dance
The Mission
Heaven on Earth
The Mission
Love me to Death
Nick Cave & The Bad Seeds
The Ship Song
Pink Turns Blue
True Love
Aeon Sable
Dancefloor Satellite
Alphaville
Dance with me
Alphaville
A Victory of Love
And One
Love You to The End
Billy Idol
White Wedding
Bush
Glycerine
Clan of Xymox
Louise
Clan of Xymox
Special Friends
Clan of Xymox
Your Kiss
Clan of Xymox
Backdoor
Clan of Xymox
Number One
Crüxshadows
A Promise Made
De/Vision
Love Will Find a Way
Deine Lakaien
Love Me To The End
Deine Lakaien
Return
Depeche Mode
I feel You
Depeche Mode
Shake the deasease
Depeche Mode
Strangelove
Depeche Mode
World In My Eyes
Diary of Dreams
Traumtänzer
End of Green
Only one
Grauzone
Träume mit mir
Grauzone
Der Weg zu Zweit
Hurts
Somebody to Die for
In Strict Sonfidence
Zauberschloss
Joy Division
Love will tear us apart
Killing Joke
Love Like Blood
Lebanon Hanover
True Romantics
Lebanon Hanover
Lavender Fields
Linea Aspera
Eviction
London after Midnight
Sacrifice
Mantus
Das einzige was zählt
Marilyn Manson
Heart Shaped Glasses
Metallica
Nothing Else Matters
Michelle Darkness
Angelsong
Peter Murphy
I fall with your knife
Peter Murphy
All Night long
Placebo
Every Me, Every You
Placebo
Without You I'm nothing
Project Pitchfork
Souls
Sisters of Mercy
Lucretia, my Reflection
Sisters of Mercy
Under The Gun
Sisters of Mercy
Temple of Love
Sisters of Mercy
Marian
The Cult
She sells sanctuary
The Cure
Just Like Heaven
The Cure
Friday I'm in Love
The Cure
This Twilight Garden
The Cure
Lovesong
The Cure
The Lovecats
The Mission
Sea of Love
The Mission
Tower of strength
The Smiths
Hand in Glove
The Smiths
There is a Light that never goes out
Type O Negative
Love you to Death
Type O Negative
Die with me
Voltaire
Anniversary
Welle Erdball
Ich träum von Dir
Welle Erdball
Deine Augen
Ich kann euch sagen, sie ist gut angekommen. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren. Fällt euch noch der ein oder andere Song ein? Ideen? Anregungen für Suchende (wie ich es vor einigen Wochen noch war)? Gern in die Kommentare!
Vor gar nicht allzu vielen Tagen verließen Victor und ich unsere Stube, um einem interessanten und den Meisten wohl eher morbide erscheinenden Erlebnis beizuwohnen:
Die Schwarze Witwe (alias Dr. Anja Kretschmer) nahm die beschwerliche Reise durch etliche Jahrzehnte auf sich, um im Zentrum des Jugendstils uns Interessierten die bestattungskulturellen Gebräuche des späten 19. Jahrhunderts näher zu bringen.
Und für viele unter euch vermutlich nicht die größte Überraschung: da mussten wir doch hin. Da wir tatsächlich auf unseren WGT-Besuchen bisher noch nie eine Friedhofsführung besucht hatten, bot sich jetzt dieses Heimspiel doch mehr als an.
Nachdem die Schwarze Witwe uns empfangen und darüber aufgeklärt hatte, dass sie es als wichtig empfinde, sich im Leben mit dem Tod auseinander zu setzen, da dieser wohl jeden von uns betrifft, ging mir zum ersten mal das Herz auf. Zum Einen, weil es genau das trifft, was ich in unserer leistungsorientierten, von Selbstoptimierung und Jugendwahn nur so strotzenden Gesellschaft absolut vermisse: Auseinandersetzen mit den unausweichlichen Dingen, Alter und Krankheit nicht als "Versagen" sehen. Zum Anderen, weil eben nicht nur Schwarzvolk bei dieser Führung anzutreffen war, von welchem ja durchaus bekannt ist, dass sie diese Thematiken nicht verdrängen, sondern weil auch etliche Stinos anzutreffen waren, die sich offenbar für dieses Thema sehr interessierten. Vielleicht besteht also doch noch ein Funken Hoffnung für unsere Gesellschaft.
Dr. Anja Kretschmer, alias "Die Schwarze Witwe"
Und von der Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod strotzte, wenig überraschend, die Führung. Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, sei euch gesagt: Der Umgang mit dem Sterbeprozess und die Bestattungskultur einer doch wenig aufgeklärten Gesellschaft ist äußerst interessant, teilweise natürlich morbide, aber eben auch unterhaltsam, sogar manchmal lustig und vor allem eins: Der Tod ist Teil des Lebens, Teil der Gesellschaft und wird nicht komplett verdrängt, wie in unserer heutigen "forever young"-Verblendung.
Begleitet wurde diese Auseinandersetzung von anschaulichen Beispielen, die selbst Menschen wie uns, die sich deutlich intensiver mit morbiden Themen auseinandersetzen, als die Stino-Gesellschaft, zum Teil neue Informationen anschaulich vermittelten.
Und eine weitere Empfehlung meinerseits: setzt euch mit dem Thema Tod und Sterben auseinander. Seht die gesellschaftliche Verblendung, die vermittelt, dass Krankheit und Tod quasi nicht existieren. Denn nur wer sich seiner Sterblichkeit bewusst ist, kann das Leben richtig schätzen und lieben lernen. So. Wort zum Sonntag - im wahrsten Sinne.
Also meine Lieben: bis dahin!
Cheerio and stay different!
Heute gibt es den ersten Eindruck, in welchen Stil Victor und ich unseren gemeinsamen großen Tag halten möchten. Uns beiden war sicherlich schon seit etlichen Jahren klar, dass das Leitmotiv einer Feier, wenn es denn eine geben sollte, zumindest für uns die Farbe Schwarz sein sollte. Vermutlich für die meisten unter euch keine große Überraschung.
Da wir uns sehr kurzfristig dafür entschlossen haben, noch in diesem Sommer zu heiraten, mussten die Einladungskarten schnell raus. Es blieb uns also keine Zeit, etwas selbst nach unseren genauen Vorstellungen zu gestalten, jedoch sind wir im WWW auf den gefühlt Millionen Online-Druckseiten fündig geworden.
Um ehrlich zu sein hat es mich selbst überrascht. Denn Hochzeit und Schwarz ist offenbar nicht wirklich vereinbar, sagen das WWW und der Mainstream. Prinzipiell finde ich dies aber auch gar nicht so schlecht. DIY ist schon immer ein großer Bestandteil der Subkultur, ich gestalte selbst sehr gern, und eine persönliche Note auf der eigenen Hochzeit ja auch etwas Schönes. Da wir allerdings, wie gesagt, wirklich in kürzester Zeit alles organisieren mussten (Standesamt, Location, was halt so auf eine Einladung muss) haben wir uns für diese schönen Online-Druck-Exemplare entschieden:
Die Kombination aus grau und schwarz ist ja schon ein Traum - also für mich. Wer in unserer Wohnung war, wird gewissen Parallelen erkennen können. Das Spitzenbändchen, welches die Karte einfasst, hat bei mir sofort Vintage-Assoziationen geweckt, mich aber auch gleich an den klassischen Romatic Goth Stil erinnert. Außerdem hat es schon etwas Edles, oder? Die Hochzeit soll weniger in die, ich nenne es jetzt mal Trash-Goth Richtung gehen, sondern mehr meinem Stil, dem Goth-Chic entsprechen. Absolut erfüllt.
Der "Spruch" auf der Karte sollte für euch nicht unbekannt sein. Ein Auszug aus dem Lovesong vom Szeneurgestein The Cure. Für mich war von Anfang an klar, dass soetwas mit hinein muss. Eine eindeutige Verbindung zur Szene, ein bisschen Schwarzromantik. Und mal ehrlich, was wäre prädestinierter für Goth-Wedding-Einladungskarten?
Falls sich jemand von euch dafür interessiert, wo wir die Karten her haben, hier geht es zum Shop. Ein bisschen Suchfilter "schwärzen" und es kann losgehen.
Das war mein erster Einblick für euch in meine Goth-Vintage-Wedding- Gestaltungsreihe.
Heute Abend ist es mal wieder soweit: Die Oetinger Villa in Darmstadt erfreut uns mit einer Perle der schwarzen Musik: William Maybelline, neben Larissa Iceglass die anderen 50% von Lebanon Hanover, gibt sich mit seinem Zweitprojekt Qual die Ehre.
Noch nichts von Qual gehört? Dann wird es zumindest für all diejenigen unter euch, die die düsteren schwarzen wavigeren Töne favorisieren schnellsten Zeit! Und selbstverständlich auch für alle, die dem Sound von Lebanon Hanover verfallen sind.
Qual - Desolate Discotheque:
Vielleicht sehen wir uns ja heute Abend? Falls ja - einfach ansprechen ;)
Bis dahin - cheerio and stay different!
Der Eine oder Andere unter euch hat sich sicherlich schon gefragt, was denn hier so los ist und warum ihr so wenig von mir hört: Das WGT kam und ging, kein Lebenszeichen. Der World Goth Day vor ein paar Tagen? Ebenfalls nichts.
Das ist tatsächlich relativ einfach zu erklären: Victor und mir steht der Kopf momentan ganz woanders: Vor ein paar Monaten haben wir uns dazu entschlossen, dass es mal an der Zeit wäre, zu heiraten. Ungefähr genau mit diesem Wortlaut. Ich weiß nicht, ob allen von meinen Lesern bisher bewusst war, dass wir ein Paar sind (ich glaube tatsächlich nicht), spätestens jetzt ist es offiziell.
Und wie ihr euch bestimmt schon vorstellen könnt, sind wir ein bisschen im Planungsstress, weil alles sehr schnell gehen muss. Die Hochzeit soll nämlich noch in diesem Sommer stattfinden. Nun heißt es: Den üblichen Organisationskram klären! Diejenigen unter euch, die das selbst schon hinter sich haben, wissen, wovon ich rede. Aber natürlich nicht nur das: Es muss auch eine Hochzeit organisiert werden, die zu uns passt, was heißt: Es wird halt nicht 08/15. Eine schwarze Hochzeit mit ein bisschen Vintage-Flair, so soll das Ganze aussehen...
Ich, als bekennende Perfektionistin bin daher schon fleißig am Planen, Basteln und Aussuchen, was ich zum Teil gern mit euch teilen möchte. Ja, ich trete Hochzeitskram im Internet breit. Weil es hier eben auch um Szenedinge, wie Gestaltung oder auch Playlist der Feier gehen wird. Wen es stört: Klick weg. Alle anderen: Ich werde euch also in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten!
Es war mal wieder soweit: ein Konzert im Bett stand in meinem Kalender. Eines, auf das ich mich schon seit langer Zeit sehr gefreut habe:
Im Franfurter "Das Bett", eine Location, die ich wirklich gern besuche (kleiner Tipp am Rande), gaben sich Lebanon Hanover die Ehre. Dem einen oder anderen aufmerksamen Leser meines Blogs wird nicht neu sein, dass ich diese Formation ganz besonders schätze. Und es war schon viel zu lange her, dass ich sie Live erlebt habe, genau genommen war das im Februar 2017 (zur Konzertreview hier entlang).
Diesmal gab es gleich zwei Vorbands: Die Label-Kollegen Selofan und die Frankfurter Formation Suir begleiteten diesen Abend ebenfalls. Beide hatte ich zugegebenermaßen vorher nur so halb auf dem Schirm. Einfach mangels Zeit. Ihr kennt das: unsere digitale Welt ist so voll an Überangebot... sensible Menschen, wie ich es nun einmal bin, sind da schnell überfordert und greifen auf Altbewährtes zurück. Daher bin ich immer froh, wenn ich auf Konzerten Musik entdecke, wie diese. Beide Vorbands waren absolut nach meinem Geschmack, von beiden musste gleich mal eine CD her.
Weiter ging es dann mit der griechischen Formation Selofan. Ich denke, einigen von euch werden sie schon bekannt sein, haben sie ihr erstes Album doch bereits 2013 veröffentlicht. Auch bei ihnen handelt es sich um eine Male-Female-Kombo, bestehend aus Dimitris Pavlidis und der wunderbar extravaganten Joanna. Mit ihren sowohl auf Griechisch als auch auf Englisch und Deutsch verfassten Songtexten und den düsteren wave und minimal Sounds rissen sie das Bett-Publikum absolut mit. Und was soll ich sagen: Mich natürlich auch. Jeden Tag läuft seither ihr neuester Tonträger Vitrioli bei mir rauf und runter. True love meinerseits und eine absolute Empfehlung an euch, vor allem, wenn ihr den Sound von Lebanon Hanover mögt.
Und nun zum Headliner des Abends: Lebanon Hanover. Ich kann euch gar nicht so viel dazu schreiben: Ich liebe diese Formation, ich liebe es, Larissa und William zu zu schauen, ich liebe ihren Sound, ich liebe ihre Texte. Absolute Identifikation. Sixteen-Years-Old-Fangirl-Mina. Eine Bewertung der Leistung erfolgt hier also offenbar absolut objektiv ;) Es war toll. Wie immer. Die neuen Songs auf der Bühne präsentiert zu erleben, das Publikum absolut - ja für Goth-Verhältnisse schon fast ausflippen zu sehen. Einfach ein wunderbares Erlebnis. Besonderes Schmankerl war während der Show wohl auch die Saxophon- Einlage von Dimitris Pavlidis (Selofan). Muss ich erwähnen, dass das neue Album sofort in meiner "Einkaufstasche" landete? Neben Pins, Buttons, Shirts ... reden wir nicht weiter drüber.
Ich muss ja gestehen, dass ich mich bei Lebanon Hanover und dazu noch als studierte Medienwissenschaftlerin immer ein bisschen schäme, mitzufilmen oder Bilder zu machen. Wer die Songs von Lebanon Hanover kennt, weiß vermutlich auch, wieso. Und wer ein paar medienwissenschaftliche Theorien kennt oder einfach in der Lage ist, seinen Menschenverstand zu benutzen, weiß vermutlich auch warum. Und wenn ich mich auf Konzerten so umschaue, ist es schon extrem, in wie viele Bildschirme geschaut wird, statt sie unabgelenkt live mit zu erleben. Aber was sollen ich sagen? Irgendwie möchte ich ja doch ein bisschen was festhalten. Für mich. Und für euch.
Das war meine kleine persönliche Kozertreview für euch. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig unterhalten oder einen heißen neuen Tipp geben?
Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder einen besonderen Fund für euch: Diesen Memento-Mori-Rosenkranz aus Holz. Gefunden habe ich ihn bei einem Streifzug durch die Frankfurter Hinterhof- Antik- und Flohmarktläden.
Was an diesem Fund besonders ist, fällt sofort auf: es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Rosenkranz: Schaut euch diese detailierte Schnitzerei des Totenschädels an. Eine wunderschöne feine Arbeit. Leider kann ich euch nicht sagen, aus welchem Jahrzehnt das Teil stammt, aber offensichtlich ist es schon etliche Jahre alt. Schätzen würde ich den Rosenkranz auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Würmchen hat sich an ihm wohl auch schon einmal gütig getan, was alles nur charmanter macht.
Einer Legende nach soll der Rosenkranz in seiner heutigen Form Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein und geht auf den Heiligen Dominikus zurück, welcher ihn als Gründer des Dominikanerordens dort als Gebetskette eingeführt hat. Tatsächlich geht man jedoch davon aus, dass ähnliche Gebetsketten schon im frühen Mittelalter gebetet wurden und sich nach und nach zum heutigen Rosenkranz mit seinen 59 Perlen entwickelten. Rosengewächse stehen in der Katholischen Kirche für die Mutter Jesu, daher der Begriff Rosenkranz, der im 15. Jahrhundert erstmals für die Gebetskette verwendet wurde (vom lateinischenWort Rosarium, also Rosengarten).
Häufiger findet man einen Totenkopf als eine der Perlen des Rosenkranzes, die dem Betenden eine Orientierung bieten sollen. Selbstverständlich stehen sie jedoch auch als Memento Mori, "Bedenke deine Sterblichkeit". In der Katholische Kirche bezieht sich diese "Warnung" selbstverständlich auf das Leben, welches du nach deinem Tod führen wirst: bedenke, dass nach deinem Tod die Taten deines irdischen Lebens bewertet werden und über dich gerichtet wird. Wundert es jemanden, dass die Goth-Szene sich diese Symbolik angeeignet hat?
Der Rosenkranz, häufig mit einem Kruzifix am Ende baumelnd, findet sich nicht selten um den Hals des ein oder anderen Gruftis wieder. Häufig war dies meinem Empfinden nach in den 90er Jahren zu beobachten. Und ja, auch ich habe selbstverständlich einen gehabt, den ich gerade in meiner Baby-Bat-Zeit und in den frühen 20ern häufig ausgeführt habe. Neben weiteren Symboliken, wie dem Ankh oder auch dem Pentagramm, ist der Rosenkranz aus der Szene kaum wegzudenken. Deswegen aber natürlich nicht jedergoths Geschmack.
Meine Lieben, das war es nun für mich heute. Ich hoffe, ich konnte euch
ein wenig inspirieren und unterhalten. Und das Internet nach langer Zeit
mal wieder ein wenig mit Content füllen.
Ich weiß, ich weiß... manchmal bin ich ein kleiner schwarzer Negativ-Schlumpf. Und ich warne euch vor, dieser Post wird kein Lobgesang auf die Schwarze Subkultur, wohl eher ein Klagelied. Aber was raus muss, muss nunmal raus. Und Goth sei Dank leben wir im Blogzeitalter. Also: auf geht's.
Vor gar nicht allzu langer Zeit bin ich aus meiner Heimat im Norden NRWs ins Rhein-Main-Gebiet, genauer gesagt nach Südhessen, gezogen. Was das bedeutet? Allerlei Veränderungen selbstverständlich. Bezogen auf das subkulturelle Leben bedeutet es beispielsweise, dass man sich neue Veranstaltungen und Möglichkeiten suchen muss, um seine - ich nenne es jetzt mal "Szenezugehörigkeit" - zu zelebrieren. Sprich: ich musste mich mal über das subkulturelle Angebot der Umgebung schlau machen.
Am allerbesten geht dies natürlich mit Hilfe von lieben Mitmenschen, die die eigenen Vorlieben kennen, bestenfalls teilen und Veranstaltungen empfehlen können. Aber ist man wie ich ein eher introvertierter Mensch, gestaltet sich dies häufig nicht so einfach mit den lieben Mitmenschen aus der Umgebung, die man ja auch erstmal kennen lernen muss. Also checkte ich ausgiebig das WWW. Und ja, leider bietet Facebook, als mein Soziales-Hass-Liebe-Netzwerk, hier die einfachsten Möglichkeiten: schnell mal nach "Schwarzen Gruppen" in der neue Heimat gesucht, findet man hier auch ganz schnell Ausgeh- und Veranstaltungstipps, die man der Reihe nach mal abchecken sollte. Mein Fazit: was man da teilweise sehen muss, grenzt an Körperverletzung. Aber mal auf Anfang.
Natürlich geben häufig Flyer und Internetseiten der jeweiligen Veranstaltungen schon einmal einen ersten Eindruck, was den freudigen Besucher dort erwarten wird. Sehe ich leicht bekleidete Mädels, die in ihren neonfarbenen Cypergoth-Outfits ihre Plastik-Spielzeugpistolen in das Objektiv halten, weiß ich beispielsweise: nicht meine Veranstaltung. Ähnliches gilt übrigens auch für Ladies in Lackcatsuits, die statt der Plastik-Spielzeugpistole lieber Plastik-Körperteile gen Linse drücken. Abgesehen vom offensichtlichen visuellen Anreiz steht aber auch oft schon dabei, was musikalisch zu erwarten ist.
Versteht mich nicht falsch - alles hat irgendwo seine Berechtigung - aber vielleicht nicht alles unter dem Deckmantel der Goth-Subkultur. Wo hört sie auf, was gehört dazu, was nicht? Eine andere Diskussion, bei der vermutlich jeder eine andere Position einnimmt. Allein schon die unsagbar vielen musikalischen Mischformen machen es sicherlich schwierig, hier irgendetwas zu "entscheiden", und prinzipiell bin ich ja auch eher gegen eine "Du kommst hier nicht rein"-Mentalität, aber manche Sachen... wie gesagt, eine andere Diskussion. Dieses Faß möchte ich jetzt auch nicht auf machen, da ein Blog unter anderem über eine Kombination aus Goth- und Vintagestyle sicherlich auch dem ein oder anderen aufstößt. Aber gut. Hier geht es um meine Meinung zu dem Ganzen und ich weiß, dass ich mich auf einer Veranstaltung, auf welcher größtenteils Aggrotech oder Cyberkram gespielt wird, als Schwarzmenschin, die doch größtenteils gitarrenlastigere akustische Bespaßung oder waveigere Klänge vorzieht, nicht wohlfühlen werde.
Nun gibt es aber auch sog. "gemischte Veranstaltungen". Da geht man dann doch mal hin, man muss sich ja selbst mal ein Bild machen. Aber ganz ehrlich - und jetzt kommen wir zu dem, was mich zu diesem Post inspiriert hat - wenn ich manch einen Trailer von Veranstaltungen so sehe, möchte ich nicht einmal das:
Das ist der Trailer/Review-Film einer der größten schwarzen Veranstaltungen im Rhein-Neckar-Gebiet. Alles weitere könnt ihr dem Video oder Google entnehmen. Als Kleinstadt-Teen-Bat habe ich mir, als man noch nicht zu allem einfach ein YouTube-Video geschaut hat, in entsprechenden Zeitschriften den eine ganze Seite umfassenden Werbebanner dieser Veranstaltung angesehen und gedacht: man, da wäre ich gern mal. Da hatte ich noch keine Ahnung... :D Ich möchte jetzt auch gar nicht auf dem Club herumhacken (naja, vielleicht doch ein wenig), aber geht es nur mir so, oder fragt ihr euch auch, was das sein soll? Soll das die Goth-Subkultur sein? "Kleine geile Nonne - Warum bist du nackt?" (wie ich jetzt gelernt habe, ein Song der Formation Unzucht)? Dazu Menschen die abgehen, als seien sie auf Speed irgendwo in einem Technoschuppen? Und damit wird für eine schwarze Veranstaltung geworben? Sorry, aber ich finde es kaum zu entschuldigen (es sein denn, man ist 16 Jahre alt und eine BabyBat, die keine Ahnung von der tatsächlichen Subkultur hat, oder alternativ: man hat den IQ eines Wurstbrotes). Hier frage ich mich allerdings eher, welch (geistiges) Niveau diese Veranstaltung noch hat. Mir kommt es absolut albern vor (ist ja auch nicht so, dass Bands wie Agonoize dieses "Ich schockiere jetzt, indem ich mit vulgären Ausdrücken um mich werfe" vor 15 Jahren schon durch hatten - na gut, die machen's auch noch heute).
Vor ein paar Jahren war ich tatsächlich mal dort und habe es gar nicht als so dramatisch empfunden. OK, die Mainhall habe ich gemieden, weil zu erwarten war, dass dort doch eher der "Schwarze Mainstream" bedient wird. In der ein oder anderen kleinen schwarzen Ecke war die Musik auch dann gar nicht so verkehrt und die Leute ganz sympathisch. Vor ein paar Monaten habe ich dann die Lokation noch einmal aufgesucht, und war ziemlich entsetzt. Ein Minifloor (wirklich MINI - gefühlt 5 Quadratmeter groß), auf dem noch ein paar Schätze zu finden waren, der Rest war Party-Schwarze "Schlagermusik", wie im obigen Video zu sehen. Ballermann lässt Grüßen.
Natürlich hat die Gothic Subkultur auch seit jeher mit dem Brechen von Konventionen gespielt, um Abgrenzung zu erreichen. Sowohl Sexualität als auch Tod, Kritik an der Gesellschaft und religiösen Institutionen waren schon immer Thema. Klar - aber plumper geht es bald nicht. Wo ist die Feinsinnigkeit hin? Die - ja ich möchte schon sagen "schwarze Aristokratie"? Wo ist die anspruchsvolle Lyrik? Die düsteren berührenden Zeilen der Gesellschaftskritik, die mich einst so an dieser Szene fasziniert haben, dass ich irgendwann in ihren Bann gezogen wurde? Ich weiß, es gibt sie noch, vereinzelte Kleinode. Nur leider kaum noch bei "Szene"-Veranstaltungen zu bewundern. Ich weiß auch, dass es diese "plumpe" Form der "Schwarzen Unterhaltung" auch schon ewig gibt. Mir scheint es allerdings immer extremer, als ob die Schwarze Szene sich im Ausverkauf befindet: "Seht her! Hier ist sie, die Gothic-Subkultur! Offen für jedermann, der mal ein bisschen aus seinem Alltag ausbrechen möchte - hallo, Karneval, Schützenfest und Co! Kleine geile Nonne - zeig doch mal die Möpse" - No difference. Logische Konsequenz unserer kapitalistischen Gesellschaft? Vermutlich. In Zeiten des Clubsterbens zählt wohl vielen Veranstaltern nur noch die Einnahme. Und mit "Kleine geile Nonne" spricht man offensichtlich erschreckenderweise ein ziemlich breites "schwarzes" Publikum an.
Abschließend sei noch gesagt, dass es glücklicherweise die kleinen besonderen Veranstaltungen jenseits der dem Kapitalismus huldigenden schwarzen Mainstream-Großveranstaltungen noch gibt. Man muss sie nur finden. So war ich beispielsweise seeeeehr froh, die Mainzer Horror Highschool besucht und somit für mich entdeckt zu haben. Auch die noch ganz frische "Corona Negra" Veranstaltung in Darmstadt hat mir musikalisch sehr gut gefallen, allerdings wurden die ganzen arg betrunkenen bunten Stino-Studenten irgendwann doch sehr lästig. Als hätten sie noch nie eine Frau in Korsage aus der Nähe gesehen (was sie vermutlich auch nicht haben) - aber das ist eine andere Geschichte.
Und wer meinem Gedankensermon bis hierher gefolgt ist,
möge mir doch bitte noch ein paar nette undergroundige
Veranstaltungstipps in der Umgebung dalassen - ich denke aus meinem Post ist ersichtlich geworden, in welche Richtung es gehen sollte.
Me - Toilet Cam - @Horror Highschool
Meine lieben Mitschwarzmenschen, das soll es nun für heute gewesen sein.
Cheerio and stay different! Bis Bald!
Heute habe ich endlich ein kleines DIY/Upcycling-Projekt für euch. Manchmal überkommt es mich, und ich werde verdammt kreativ. Meist resultiert es daraus, dass ich das, was ich eigentlich suche, nicht finde (morbiden Grufti-Kram gibt es eben nur zu Halloween - und das ist meist ziemlich scheußlich... obwohl ich btw. neulich was ganz Hübsches gefunden hab... mhh, vielleicht beim nächsten Post). Vor kurzem war es dann mal wieder so weit: ich habe Haarschmuck gesucht, der ein wenig Lady-Vintage-like, aber auch gothy ist. Mir schwebte etwas in der Art "Totenkopfhaarspange" oder vielleicht auch was "Fledermausiges" vor, was allerdings nicht "Horrorpunk-Trash", sondern eher "Edelgoth"-Stil bedeuten sollte. Und selbstverständlich habe ich nichts gefunden, was mir zugesagt hätte. Ich stelle immer wieder fest, dass ich offenbar einen ausgefallenen (guten oder schlechten? - Ansichtssache) Geschmack habe. Auf jeden Fall habe ich meist ziemlich genaue Vorstellungen.
Vor etwas längerer Zeit bin ich online über dieses Video gestolpert, welches zeigt, wie man aus alten Lederresten kleine Fledermaus-Schleifchen ziemlich leicht selbst machen kann. Und dabei dachte ich mir, dass es auch nicht mehr sonderlich schwer ist,
diese hübschen Schleifen zu einer Haarspange zu modifizieren. Gesagt,
getan. Hier ist das Ergebnis:
Also, ich muss mich an dieser Stelle einfach mal selbst loben: ist doch ganz nett geworden, oder? Ich habe mich allerdings - anders, als es im Video gezeigt wird, dazu entschlossen, die unbehandelte Lederseite als sichtbare Seite der Spange zu verwenden. Dies gibt ihr einen besonders matten Look. Um dem ganzen einen Hauch Vintage zu verleihen, habe ich die Schleife noch mit etwas goldenem Basteldraht verziehrt. Und da es sich um ein Upcycling-Projekt handelt, hat mein fleischlos und zu 90% vegan genährtes Herz auch nicht ein ganz so schlechtes Gewissen.
Auf eine genaue Anleitung der Bastelei habe ich mal verzichtet: das Ganze könnt ihr in dem oben verlinken Video ganz gut sehen. Ergänzt habe ich einfach den Clip, um das Ganze zur Spange zu machen, und den Draht: fertig ist der gruftige Haarschmuck.
Also: Bis bald, meine Lieben! Und viel Spaß beim Herumkreativen.