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Sonntag, 5. August 2018

Die Schwarze Witwe in Darmstadt - Friedhofsgeflüster auf dem Parkfriedhof

Meine Lieben alternativen Menschen!

Vor gar nicht allzu vielen Tagen verließen Victor und ich unsere Stube, um einem interessanten und den Meisten wohl eher morbide erscheinenden Erlebnis beizuwohnen:
Die Schwarze Witwe (alias Dr. Anja Kretschmer) nahm die beschwerliche Reise durch etliche Jahrzehnte auf sich, um im Zentrum des Jugendstils uns Interessierten die bestattungskulturellen Gebräuche des späten 19. Jahrhunderts näher zu bringen.

Und für viele unter euch vermutlich nicht die größte Überraschung: da mussten wir doch hin. Da wir tatsächlich auf unseren WGT-Besuchen bisher noch nie eine Friedhofsführung besucht hatten, bot sich jetzt dieses Heimspiel doch mehr als an.


Nachdem die Schwarze Witwe uns empfangen und darüber aufgeklärt hatte, dass sie es als wichtig empfinde, sich im Leben mit dem Tod auseinander zu setzen, da dieser wohl jeden von uns betrifft, ging mir zum ersten mal das Herz auf. Zum Einen, weil es genau das trifft, was ich in unserer leistungsorientierten, von Selbstoptimierung und Jugendwahn nur so strotzenden Gesellschaft absolut vermisse: Auseinandersetzen mit den unausweichlichen Dingen, Alter und Krankheit nicht als "Versagen" sehen. Zum Anderen, weil eben nicht nur Schwarzvolk bei dieser Führung anzutreffen war, von welchem ja durchaus bekannt ist, dass sie diese Thematiken nicht verdrängen, sondern weil auch etliche Stinos anzutreffen waren, die sich offenbar für dieses Thema sehr interessierten. Vielleicht besteht also doch noch ein Funken Hoffnung für unsere Gesellschaft.

Dr. Anja Kretschmer, alias "Die Schwarze Witwe"

Und von der Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod strotzte, wenig überraschend, die Führung. Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, sei euch gesagt: Der Umgang mit dem Sterbeprozess und die Bestattungskultur einer doch wenig aufgeklärten Gesellschaft ist äußerst interessant, teilweise natürlich morbide, aber eben auch unterhaltsam, sogar manchmal lustig und vor allem eins: Der Tod ist Teil des Lebens, Teil der Gesellschaft und wird nicht komplett verdrängt, wie in unserer heutigen "forever young"-Verblendung.

Begleitet wurde diese Auseinandersetzung von anschaulichen Beispielen, die selbst Menschen wie uns, die sich deutlich intensiver mit morbiden Themen auseinandersetzen, als die Stino-Gesellschaft, zum Teil neue Informationen anschaulich vermittelten.



Zum Abschluss: Ich empfehle jedem, der nicht davor zurückschreckt und sich mal ein wenig näher mit der Thematik Sterben und Tod auseinander setzen möchte, diese Führung zu besuchen. Die Führung ist keine bloße Aneinanderreihung von Informationen, die Schwarze Witwe bringt auch Neulingen auf erfrischende Art und Weise dieses Gebiet näher. Alle Informationen zum Friedhofsgeflüster, welches regelmäßig auf verschiedensten Friedhöfen Deutschlands angeboten wird, findet ihr auf der Homepage Kretschmers. Darüber hinaus gibt es noch weitere Einblicke in ein vielfältiges Programm jenseits des Geflüsters.

Und eine weitere Empfehlung meinerseits: setzt euch mit dem Thema Tod und Sterben auseinander. Seht die gesellschaftliche Verblendung, die vermittelt, dass Krankheit und Tod quasi nicht existieren. Denn nur wer sich seiner Sterblichkeit bewusst ist, kann das Leben richtig schätzen und lieben lernen. So. Wort zum Sonntag - im wahrsten Sinne.

Also meine Lieben: bis dahin!
Cheerio and stay different!

Eure


Freitag, 22. Juni 2018

Qual - Das Zweitprojekt von William Maybelline heute Abend in Darmstadt!

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute Abend ist es mal wieder soweit: Die Oetinger Villa in Darmstadt erfreut uns mit einer Perle der schwarzen Musik: William Maybelline, neben Larissa Iceglass die anderen 50% von Lebanon Hanover, gibt sich mit seinem Zweitprojekt Qual die Ehre.

Noch nichts von Qual gehört? Dann wird es zumindest für all diejenigen unter euch, die die düsteren schwarzen wavigeren Töne favorisieren schnellsten Zeit! Und selbstverständlich auch für alle, die dem Sound von Lebanon Hanover verfallen sind.

Qual - Desolate Discotheque:


Vielleicht sehen wir uns ja heute Abend? Falls ja - einfach ansprechen ;)
Bis dahin - cheerio and stay different!

Eure


Dienstag, 3. April 2018

Memento Mori: Rosenkranz aus dem Antikmarkt

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder einen besonderen Fund für euch: Diesen Memento-Mori-Rosenkranz aus Holz. Gefunden habe ich ihn bei einem Streifzug durch die Frankfurter Hinterhof- Antik- und Flohmarktläden.


Was an diesem Fund besonders ist, fällt sofort auf: es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Rosenkranz: Schaut euch diese detailierte Schnitzerei des Totenschädels an. Eine wunderschöne feine Arbeit. Leider kann ich euch nicht sagen, aus welchem Jahrzehnt das Teil stammt, aber offensichtlich ist es schon etliche Jahre alt. Schätzen würde ich den Rosenkranz auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Würmchen hat sich an ihm wohl auch schon einmal gütig getan, was alles nur charmanter macht.



Einer Legende nach soll der Rosenkranz in seiner heutigen Form Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein und geht auf den Heiligen Dominikus zurück, welcher ihn als Gründer des Dominikanerordens dort als Gebetskette eingeführt hat. Tatsächlich geht man jedoch davon aus, dass ähnliche Gebetsketten schon im frühen Mittelalter gebetet wurden und sich nach und nach zum heutigen Rosenkranz mit seinen 59 Perlen entwickelten. Rosengewächse stehen in der Katholischen Kirche für die Mutter Jesu, daher der Begriff Rosenkranz, der im 15. Jahrhundert erstmals für die Gebetskette verwendet wurde (vom lateinischenWort Rosarium, also Rosengarten).


Häufiger findet man einen Totenkopf als eine der Perlen des Rosenkranzes, die dem Betenden eine Orientierung bieten sollen. Selbstverständlich stehen sie jedoch auch als Memento Mori, "Bedenke deine Sterblichkeit". In der Katholische Kirche bezieht sich diese "Warnung" selbstverständlich auf das Leben, welches du nach deinem Tod führen wirst: bedenke, dass nach deinem Tod die Taten deines irdischen Lebens bewertet werden und über dich gerichtet wird. Wundert es jemanden, dass die Goth-Szene sich diese Symbolik angeeignet hat?


Der Rosenkranz, häufig mit einem Kruzifix am Ende baumelnd, findet sich nicht selten um den Hals des ein oder anderen Gruftis wieder. Häufig war dies meinem Empfinden nach in den 90er Jahren zu beobachten. Und ja, auch ich habe selbstverständlich einen gehabt, den ich gerade in meiner Baby-Bat-Zeit und in den frühen 20ern häufig ausgeführt habe. Neben weiteren Symboliken, wie dem Ankh oder auch dem Pentagramm, ist der Rosenkranz aus der Szene kaum wegzudenken. Deswegen aber natürlich nicht jedergoths Geschmack.



Meine Lieben, das war es nun für mich heute. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren und unterhalten. Und das Internet nach langer Zeit mal wieder ein wenig mit Content füllen.



Bis zum nächsten Post.
Eure








Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ikonografisches_Heiligenattribut
https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenkranz
https://www.thecathwalk.de/2016/09/23/totenschaedel-im-rosenkranz-alles-ok/
http://cms.vivat.de/themenwelten/glauben-im-alltag/symbole-devotionalien/rosenkranz-bedeutung-ablauf.html

Sonntag, 14. Januar 2018

Vinylporn: Anathema - The Silent Enigma 2017

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute haben wir ein wenig Vinylporn für euch. Einfach, weil wir euch diese Neuerwerbung für unser Schallplattenregal nicht vorenthalten möchten. Warum wir? Weil es sich hier sozusagen um einen kleinen Gemeinschaftseintrag von Victor und mir handelt.

Peaceville Records, ein Label, das vornehmlich mit Doom Metal Bands wie Candlemass, Paradise Lost, My Dying Bride, Katatonia und Anathema große Erfolge feierte, aber auch beispielsweise Darkthrone, Cradle of Filth, Behemoth oder At the Gates unter Vertrag hatte, feiert gerade sein 30jähriges Bestehen. Dafür werden einige Veröffentlichungen neu in einer speziellen Vinyledition herausgebracht. 

Im Zuge dessen wurde am 15. Dezember des vergangenen Jahres auch Anathemas zuerst 1995 erschienenes zweites Studioalbum The Silent Enigma als Vinyl neu veröffentlicht, das (sicher nicht ganz zufällig) eines von Victors absoluten Lieblingsalben ist. Und das vegangene Weihnachten bot natürlich eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich dieses ästhetische (und selbstverständlich auch musikalische) Meisterwerk zu zu legen. Seht es euch an!




Die Vorderseite ziert das Gemälde "The Lady in Milton's Comus" von Joseph Wright, der es 1785 im Stil der Romantik malte. In diese Phase fällt übrigens auch die Veröffentlichung der ersten Gothic Novel, "Das Schloss von Otranto" (1764) von Horace Walpole. Die Wahl fiel sicher nicht zufällig auf dieses Bild, denn auch Musik und Texte auf dem Album spielen mit Themen und Versatzstücken, die in der Romatik populär waren. Anathema gelten nebenbei bemerkt zusammen mit ihren Labelkollegen  My Dying Bride und Paradise Lost  (die "Peaceville Three" oder "Big Three") auch als wesentliche Mitbegründer des Gothic Metal-Genres, indem sie Einflüsse aus Gothic und Darkwave in den Metal integrierten.



Die Rückseite der Platte ziert eine Aufnahme des als Barnard 33 katalogisierten Pferdekopfnebels im Sternbild Orion. Das rote Leuchten stammt vom Wasserstoff hinter dem Nebel, der vom Stern Sigma Orionis angeregt wird. Ein atemberaubendes Bild, ganz im Einklang mit dem Bombast, den die Platte auch musikalisch verströmt.





Das soll es für heute gewesen sein. Und übrigens: Frohes Neues und so. Auf ein weiteres gemeinsames nettes Jahr.

Cheerio and stay different!
Bis dahin, meine Lieben!


 & Victor von Void

Dienstag, 17. Oktober 2017

Abseitig: Das Randfilmfest 2017

Die Schwarze Szene wurde und wird nicht nur von Musik, Kunst und Literatur inspiriert, sondern auch das Kino und (Genre-)Filme hatten und haben immer wieder nicht nur in visueller sondern auch oft in konzeptioneller Hinsicht einen großen Einfluss, von den alten Horrorfilmen der 30er bis 50er Jahre bis zu Filmen wie "The Crow" oder den Werken von Tim Burton. Deshalb findet dieser Teil unserer Kultur natürlich auch in diesem Blog seinen Platz.

Dass Deutschland international nicht (mehr) unbedingt für seine blühende Filmindustrie bekannt ist und man bisweilen das Gefühl hat, dass hierzulande nur seichte Rosamunde-Pilcher-Filme und romantische Komödien (und gelegentlich ein Nazi-Film) gedreht werden, kommt nicht von ungefähr, wenn man sich Fernseh- und Kinoprogramm anschaut. 

Ich war, kaum verwunderlich, aus unterschiedlichen Gründen nie Fan des deutschen Films: sobald ich feststellte, dass ein Film aus Deutschland kam, schaltete ich ihn aus. Das hatte viel damit zu tun, dass ich nicht die ewig gleichen Gesichter sehen wollte, das over-acting  vieler gepriesener "Stars" meine Fremdschämschwelle deutlich überschritt, oder ich die belanglosen Geschichten, die dümmlichen Charaktere oder die einfallslose Kameraführung unerträglich fand. Mittlerweile weiß ich dank Mina, dass viele dieser Probleme von der Art und Weise herrühren, wie in Deutschland Filme gefördert und finanziert werden (oder eben nicht finanziert werden können, aber das zu erörtern würden diesen Post sprengen). 

Genre-Filme (also Horror-, Fantasy-, SciFi-, aber auch Cop- oder Milieu-Filme) aus Deutschland haben hier oft einen schlechten Stand, weil sie wegen mangelnder Massenkompatibilität und fehlendem Wohlfühlfaktor vermeintlich eine zu geringe Erfolgschance haben, daher nicht gefördert werden und erst recht nicht ins Kino kommen. Sie finden also praktisch nicht statt.

Doch auch hier werden solche Filme gedreht, oft mit minimalem Budget und ohne die gehypten Schauspieler: Filme, die Genres und Themen abseits des Mainstreams bedienen, Filme, die internationale Preise einheimsen, aber hier, wenn überhaupt, nur in Programmkinos laufen, Filme, die mehr Kreativität und Qualität zeigen, als die tausendste Marvel-Comic-Adaption oder das hundertste Star-Wars-Sequel mit ihren mehrstelligen Millionenbudgets. Glücklicherweise kann man solche Filme auf den oft von nur wenigen Film-Enthusiasten organisierten, manchmal geradezu winzigen Filmfestivals sehen.

Und so waren Mina und ich auf Minas Initiative hin kürzlich also beim Randfilmfest 2017 in Kassel.

Das Randfilmfest wird jährlich vom Randfilm e.V. veranstaltet, fand dieses Jahr zum vierten Mal statt und hat, wie es der Name schon nahelegt, das Ziel, (Genre-)Filmen am Rand oder abseits des Mainstreams eine Plattform zu geben. Natürlich werden bei einem solchen Festival nicht nur Filme gezeigt, sondern es gibt auch  Konzerte, Parties und Podiumsdiskussionen oder Gespräche mit Regisseuren und anderen Filmschaffenden. In diesem Jahr waren unter anderem Dominik Graf (einer der bekanntesten deutschen Regisseure und 10-maliger Grimme-Preisträger), Nikias Chryssos und Tarek Ehlail anwesend, Uwe Boll (der einige furchtbare aber offenbar finanziell erfolgreiche Computerspiel-Adaptionen, zum Teil mit sehr bekanten Hollywood-Größen gedreht hat) war per Skype zugeschaltet. 

Das Randfilmfest ist dabei von sehr überschaubarer Größe. Ich würde schätzen, dass zu jedem Zeitpunkt maximal 40 Personen anwesend waren. Das hatte aber den angenehmen Nebeneffekt, dass man immer wieder jemanden traf, mit dem man schon gesprochen hatte und weiter anknüpfen konnte und dass man selbst Größen wie Dominik Graf, die wie andere Besucher im Publikum herumstanden, sich ein Getränk kauften oder im Film hinter einem saßen, mal eben so ansprechen konnte. 

2017 hatte das Festival zwei Leitthemen: "Der politische Genrefilm" und "Deutsche Dystopien". Da in der Regel je zwei Filme parallel liefen und das Programm von vormittags bis spät nachts lief, mussten wir natürlich eine Auswahl treffen. Am Freitag Abend schauten wir uns daher erst "Volt" von Tarek Ehlail und danach "Night of the Living Dead" des kürzlich verstorbenen George A. Romero (über dessen Zombie-Filme und die darin verarbeitete Gesellschaftskritik Mina ihre Bachelorarbeit geschrieben hat) an.

"Volt" wurde 2014/2015 von Tarek Ehlail geschrieben und gedreht und geht von der Prämisse aus, dass die europäischen Staaten wieder ihre Grenzen hochgezogen haben. In sogenannten Transit-Areas, die mit Stacheldraht umzäunten Flüchtlingscamps ähneln, leben diejenigen, die nicht legal einreisen dürfen, bis sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Die Polizei, ein verschworener und trotz gemischter Herkunft ziemlich rassistischer Haufen, führt dort regelmäßig brutale Razzien durch. Bei einer dieser Razzien tötet ein Polizist mit dem Spitznamen "Volt" (Benno Fürmann) einen der Transits. In der Folge wird versucht, die Tat zu vertuschen und mögliche Zeugen zum Schweigen zu bringen. Doch Volt kommt damit nicht klar und versucht, das aus seiner Sicht Richtige zu tun...


Auf den ersten Blick eine recht konventionelle Geschichte, glänzt der Film mit der Zeichnung seiner Charaktere und der dystopischen Welt, in der die Polizisten in Gated Communities leben und schwer gerüstet gegen die Transits vorgehen. Interessant ist, dass der Film mit Einsetzen der Flüchtlingskrise Ende 2015 quasi von der Realität überholt wurde. Man bekommt teilweise das Gefühl, dass die Flüchtlingslager nach dem Vorbild der Transit-Camps im Film modelliert wurden.

Den Samstag begannen wir mit "Animal Farm" nach dem Roman von George Orwell, um danach "Der Bunker" von Nikias Chryssos zu schauen. In diesem Film mietet ein junger Student, der zurückgezogen und in Ruhe an einer Theorie arbeiten will, ein Zimmer in dem Bunker einer Kleinfamilie. Schnell werden jedoch einige seltsame Dinge sichtbar: der Sohn der Familie wirkt merkwürdig alt und wird mit rauen Maßnahmen erzogen, die Mutter hat eine sprechende Wunde namens Heinrich am Bein und der Vater der Familie schwankt zwischen übermäßig autoritärem Auftreten, unrealistischen Ambitionen und unangemessenen Freiheiten.   


Das Spielfilmdebut von Nikias Chryssos mischt bizarr-beklemmende Elemente mit surrealem Humor, bei dem einem das Lachen im nächsten Moment im Halse stecken bleibt, und lässt sich vielleicht am ehesten als Groteske einordnen. Er hat auf diversen Festivals Preise eingeheimst, war aber hierzulande im Kino kaum erfolgreich. Zu unrecht, denn in seiner Absurdität spiegelt der Film doch ganz reale Probleme auf eine sehr unterhaltsame Weise: kleinbürgerlicher Konservativismus gepaart mit übertriebenem Ehrgeiz, Gewalt in der Familie, psychische Auffälligkeiten und vieles mehr. Ein Film der Spaß macht, auch wenn (oder gerade weil) er manchmal in die düstersten Ecken menschlichen Verhaltens abtaucht.

Nachdem wir uns nach einer Podiumsdiskussion noch "Starship Troopers" angeschaut, sowie ein Konzert der Band Speed Chicken (Rock'n'Roll) und einen Teil des Konzerts der Band Gewalt (Noisepunk) angeschaut hatten, strichen wir die Segel und machten uns auf den Weg ins Bett. 

Da wir Sonntag auch wieder den Heimweg antreten mussten, beschlossen wir, schon vormittags wieder am Spielort einzutreffen und uns wenigstens noch zwei Filme anzuschauen: "Wild" von Nicolette Krebitz und die Dokumentation "Verfluchte Liebe deutscher Film" von Dominik Graf, welche der Frage nachgeht, warum es in den 70er Jahren in Deutschland so etwas wie eine Genre-Film-Tradition gab, die heute praktisch verschwunden ist. 

"Wild" handelt von einer introvertierten jungen Frau, deren Großvater schwer erkrankt im  Krankenhaus liegt (ihre Eltern sind offenbar schon seit ihrer Kindheit abwesend) und deren Chef sie schikaniert. Als sie auf dem Heimweg durch ein Waldstück einen Wolf sieht und kurz darauf ihr Großvater ins Koma fällt, beginnt damit eine Entwicklung, in deren Lauf ihr Leben zunehmend aus den Fugen gerät und sie die Fesseln und Konventionen ihrer bürgerlichen Existenz ablegt. 


Themen wie Machtstrukturen, Sexualität, Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehung werden nicht mit den üblichen ausufernden, bedeutungsschweren Dialogen aufgearbeitet, sondern mit einer spannenden Geschichte in radikalen Bildern, die den Zuschauer herausfordern. Wie die anderen Filme auch hat dieser Film diverse Preise gewonnen und wurde im Feuilleton ausgiebig besprochen, lief aber im Kino unter dem Radar. 

Alles in Allem waren die Filme für mich überraschend gut und haben meine negative Meinung über deutsche Filme zumindest etwas gelockert und mich neugierig auf mehr gemacht. Das Erlebnis Filmfestival kann ich jedem, der auch Filme mag, die nicht mit einem Millionenbudget ausgestattet sind und nur mit ihrer Optik glänzen können, nur empfehlen. Dazu kommt, dass man interessante Filme sieht, die man oft weder im Kino noch bei den Streamingdiensten findet, noch dazu meist zu einem günstigeren Preis als das im Kino möglich wäre.

Samstag, 20. Mai 2017

American Horror Story Season 5 - Die Goth-Staffel?

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Ich, als bekennender Cineast, kann natürlich auch von Serien nicht die Finger lassen - ja, ich oute mich hiermit auch als Serienjunkie! Viele mal mehr mal weniger aktuelle serielle und für den europäischen Markt aufbereitete Produktionen flimmerten wohl schon einmal über einen meiner Bildschirme. So natürlich auch American Horror Story, habe ich doch eine besondere Neigung für das Horror/SF/Fantasy-Genre.

Vielleicht kurz allgemein zur Serie: die nunmehr 6 Staffeln zählende US- amerikanische Horror-Fernsehproduktion zeichnet aus, dass jede Staffel ihren eigen Plot erzählt, dies allerdings z.T. mit den gleichen Schauspieler (ich sage nur: Kathy Bates! Wie ich diese Frau  spätestens seit Misery einfach nur liebe), die zumeist allerdings andere Rollen verkörpern - aber eben nur zumeist. Manchmal gibt es auch Charaktere, deren Geschichte staffelübergreifend erzählt wird. Ein sehr interessanter Ansatz, wie ich finde.



Und nun speziell zur 5. Staffel. Wie komme ich dazu, die 5. Staffel als Goth-Staffel zu titulieren (die eigentlich American Horror Story Hotel heißt)? Erstens: eine ganze Menge Songs des Soundtracks kommen von Szenegrößen: Bauhaus, The Cure, The Sisters of Mercy, Joy Division, Siouxsie and the Banshees, The Jesus and Mary Chain, Depeche Mode, New Order, Nick Cave and The Bad Seeds and so on (passt übrigens auch ganz gut zur allgemeinen 80ies Ästhetik). Zweitens: die Horror-Thematik, um die es sich hier dreht: Vampirismus (neben einer Menge Geistern,  die ebenfalls ihr Unwesen treiben). Wohl ein nicht aus der Szene wegzudenkendes Oberthema (ob man dies nun gutheißt, oder nicht),  und sei es nur, wegen seiner Ästhetik: weiße Haut, eine dunkle und zugleich anziehende Ausstrahlung, rote Lippen (ok, zugegeben, diese muss man bei Vampiren wohl eher dem aufgenommenen Blut zuschreiben), ausgefallener, oft aufreizender Stil... 
Aber ein ganz großes Manko gibt es für mich: Lady Gaga in der Hauptrolle als "Obervampirin". Lady Gaga!?! Echt jetzt? Da geben sich die Drehbuchautoren so viel Mühe, einen alternativen Serienplot zu erzeugen, bauen ne ganze Menge alternative Songs und Vampir-80ies-Attitüde ein und dann so ein Griff ins Klo bei der Besetzung der Hauptrolle. Jaja, ich weiß: aber Lady Gaga ist doch so alternativ! Nein. Ist sie nicht. Sorry, lieber Leser, wenn ich dir deine Illusion rauben muss: sie ist ein popkulturelles Kunstprodukt, das eine ziemliche Menge Geld durch ihren Vermarktungsstrategien bekommt. Das, was sie "schockierendes" macht, ist absolut angepasst an den Mainstream und hat Madonna schon vor 30 Jahren bekannt und reich gemacht (mal wieder ein Beleg für die Popkultur als Wiederkehr des Immergleichen). Und Kathy Bates in einer popeligen Nebenrolle... Ich kann gar nicht so laut die Augen verdrehen, wie ich es gern tun würde. Klar: Lady Gaga ist während der halben Staffel ziemlich leicht bis gar nicht bekleidet unterwegs, womit man vermutlich die sexuelle Anziehungskraft, die Vampiren des öfteren nachgesagt wird, unterstreichen wollte und das hätten vermutlich auch die meisten Schauspieler nicht einfach so gemacht. Aber das macht das Ganze für mich doch eher billig, als dass eine ernsthaft anziehende Aura um die Figur entstanden wäre. Und übrigens: schauspielerisches Talent hab ich auch nicht gesehen. Aber vielleicht war ich auch ein wenig voreingenommen, nur ein winziges bisschen.

Aber gut. Ich habe die Staffel natürlich trotzdem bis zum Ende geschaut -  einmal angefangen, muss man es ja auch zu Ende bringen (sind wir nicht alle ein bisschen Sheldon?). War ganz nett. Vor allem der Soundtrack hat es mir natürlich versüßt. Wer es noch nicht getan hat, kann sich ja gern selbst mal ein Bild machen. Wer die Staffel schon gesehen hat, darf gern seine Meinung in den Kommentaren zum Ausdruck bringen.

Und noch was anderes: hey - keine 2 Wochen mehr bis zum WGT! Vielleicht sieht man sich ja!

Bis dahin:

Cheerio and stay different!



Sonntag, 23. April 2017

Für alle Cineasten: Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Heute gibt es mal wieder ein wenig Kultur. Wie einige von euch wissen, studiere ich Film. Nicht zuletzt, weil ich selbst natürlich ein großer Filmfreund bin, vor allem vom Horror/SF/Fantasy-Film, ich mag es sehr überraschenderweise ernst, spooky und morbide. Da ich immer wieder die Erfahrung mache, dass viele von "uns" sich ebenfalls dafür interessieren (für Film und vor allem auch für das Horrorgenre), dachte ich, ich gebe dem Ganzen auch mal ein wenig Raum auf meinem Blog.

Vergangene Woche habe ich die neue Ausstellung im Deutschen Filmmuseum/Deutschen Filminstitut in Frankfurt besucht: ROT - Eine Filminstallation im Raum.  

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.

Grob gesagt: es geht um die Farbe Rot im Film. Was assoziieren wir mit Rot? Einig sind wir uns wohl darüber, dass Rot eine äußerst auffällige Farbe ist, die die Aufmerksamkeit sofort auf sich zieht. Sie steht für Gefahr und Aggression, aber sie ist auch die Farbe der Liebe, der Leidenschaft und des Lebens. Sie ist aufreizend und angsteinflößend zugleich.

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.
 
Die vielen z.T. sehr konträren Assoziationen macht sich der Film zunutze und setzt Rot in unterschiedlichsten Kontexten ein. Ein rotes Kostümbild rückt gewisse Figuren in den Mittelpunkt, flaniert die aufreizende Dame doch stets im roten Kleid durch die Bar, Dorothy schlägt in Der Zauberer von Oz die Hacken ihrer roten Lackschuhe zusammen (übrigens ganz nett aufgegriffen in Lynchs Wild at Heart) und auch das Mädchen im roten Mantel in Schindlers Liste, anhand dessen die grausamen NS-Verbrechen abgehandelt werden, ist sicherlich jedem, der diesen Film gesehen hat, noch in reger Erinnerung. Auch die Maske arbeitet häufig mit Rot: die verführerischen roten Lippen der wunderbaren Marilyn Monroe, rote Nägel kennzeichnen gern mal die Femme Fatale. Eine ganz besondere Rolle nimmt die Farbe Rot natürlich auch deswegen ein, weil es die Farbe des Blutes ist - so findet sie im Horror-/Splatter-/Körperhorrorfilm, als einfaches Beispiel sei das rote Blut in Bram Stoker's Dracula genannt, aber auch im Actionfilm oder in der Liebeskomödie reichlich Verwendung. In der Ausstellung kann man nun thematische Zusammenschitte verschiedenster Filme, auch jenseits des Mainstreams, betrachten. Im Übrigen gibt es eine "FSK 16" Abteilung...

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.


 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.
 
Kino und Rot gehören doch auch irgendwie zusammen, oder nicht? Sind nicht die guten alten Kinosäle mit mal mehr mal weniger bequemen roten Kinosesseln ausgestattet? Und wird nicht auch häufig der rote Vorhang vor der Leinwand gelüftet? Naja, ich gebe es ja zu, in den heutigen riesigen Cinewhatever-Komplexen ja leider nicht mehr...

Nicht nur auf Grund der Filme an sich kann ich einen Besuch der Ausstellung empfehlen. Es gibt reichlich random information und auch die allgemeine visuelle Gestaltung, die Stimmung, die durch den komplett in Schwarz gehaltenenen Ausstellungsraum und gezielt eingesetzte rote Lichteffekte erzeugt wird, ist durchaus interessant. Wer mehr erfahren möchte: hier geht es zur offiziellen Seite.

Vielleicht konnte ich ja den ein oder anderen von euch mal wieder zu einem Museumsbesuch anregen? Oder sogar zu einem Besuch im Filmmuseum?

In diesem Sinne: Cheerio and stay different!

Eure




Freitag, 7. April 2017

Yay - WGT-Tickets 2017 sind angekommen!

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Nachdem ich beim letzten Mal ja nicht dabei sein konnte, ist meine Freude über das, was mir mein Postbote vergangenene Woche gebracht hat noch viel größer: unsere Tickets für das diesjährige Wave-Gotik-Treffen sind angekommen!


WGT- Tickets 2017


Sind sie nicht hübsch? Mal wieder ein schlichtes Design in diesem Jahr - schwarze Karten in Kombination mit einer leicht glänzend türkis farbenen geprägten Schrift - like! 

Und auch das bisher bekannte diesjährige Line-Up kann sich wohl sehen lassen. Auf einige Bands freue ich mich dieses Jahr ganz besonders, nicht zuletzt, weil ich sie alle schon einmal live bewundern durfte und dies gern erneut tun würde: Der Fluch, Aeon Sable, Lebanon Hanover und She Past Away. Zu der ein oder anderen Formation findet ihr hier schon Konzertreviews meinerseits.
Und natürlich werde ich mir auch andere Bands anschauen, die ich bisher noch nicht live kenne. Darunter werden auf jeden Fall The 69 Eyes sein! Zwar muss ich ehrlich gestehen, dass mir die Jungs mit ihrer derzeitigen Art der Musik nicht mehr so 100% zusagen (ich habe mir die letzten beiden Alben, die erschienen sind, noch nicht angehört), aber mit ihrem blessed be Album haben sie mich als Teenager in meiner "Grufti-Selbstfindungsphase" definitiv sehr stark beeinflusst (an dieser Stelle mal ein Hoch auf den Goth Rock).
Auch interessant für mich: Andi Sexgang, Bloody, Dead and Sexy, The Devil and the Universe, Whispering Sons... und auch einige elektronische Bands, wie VNV Nation, Suicide Commando oder auch Cephalgy... 
Und natürlich freue ich mich auch schon sehr darauf, neue Formationen kennen und lieben zu lernen. Wie kann man das besser, als zufällig auf einem Konzert? Wie ich mich kenne, werde ich mich wieder gefühlte 2 Stunden bevor ich mich auf den Weg nach Leipzig mache durch Millionen von YouTube-Listen klicken, um festzustellen, welche der Bands, die noch so spielen, was für mich wären (um letztendlich auf dem WGT doch wieder ganz andere anzuschauen, weil alles mit dem Zeitplan sowieso nicht passt :D).

Nun gut. Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen, in denen sicherlich noch die ein oder andere Formation zum Line-Up hinzukommt. Denn, wie wir ja alle wissen, häufig trudeln zum Schluss noch ein paar ziemlich nette Namen ein. Wer mehr zum bisherigen Line-Up des diesjährigen Wave-Gotik-Treffens lesen möchte: hier geht es zur offiziellen Homepage des Festivals.

Dieses Jahr auch auf dem WGT? Anyone? Vielleicht sieht man sich!

Cheerio and stay different!
Bis zum nächsten Mal.

Eure




Freitag, 2. September 2016

Womit mache ich meine Bilder? Meine Cam!

Hallo, meine lieben alternativen Menschen. 

Vorab ersteinmal für alle, die sich gewundert haben, dass mein letztes Lebenszeichen schon eine Woche her ist: mein Liebster und ich urlauben momentan ein wenig. Daher kann es schonmal sein, dass der Blog ein wenig unter meiner Urlaubs-Lethargie leidet. Aber so ist das nunmal, wenn man ein Leben außerhalb von Social Media lebt.

Und nun zum eigentlichen Thema: Für alle Technikinteressierten, die wissen möchten, mit was für einer Kamera ich einen großen Teil der Bilder für meinen Blog und mein Instagram-Profil mache, gibt es hier mal einen kleinen Post dazu. Tatsächlich interessiert es wohl den Einen oder Anderen unter euch :)




Also vorweg erstmal: Ich bin natürlich keine Fotografin. Alles, was ich aufnehme ist ausschließlich Hobby. Nicht, dass ich nicht gern fotografiere (und ich glaube, so schlecht bin ich darin auch nicht), aber Profi bin ich selbstverständlich nicht.

Wie ihr bei etwas genauerer Betrachtung des Fotos oben schon erkennen könnt, verwende ich eine Samsung Kamera: die NX300. 


NX300, Chip

Ist sie nicht süß? Ich finde dieses Retro-Design ja schon bestechend - verwundert euch jetzt vermutlich nicht nicht so. Versetzt mich jedes mal zurück in die analogen Zeiten, naja, zumindest gedanklich ;)
Dazu noch ein passendes Objektiv inklusive UV Filter besorgt, was ein wenig mehr kann, als die Grundausstattung mitliefert.
Da ich, wie bereits erwähnt, ja kein Profi bin, habe ich das gute Stück mal zu einem Fotografen mitgenommen. Der hat mir dann, nett, wie er ist, gleich mal ein paar Tipps und Tricks für den Umgang mit der Cam verraten. Für den privaten Gebrauch völlig ausreichend. Ich nehme die Bilder i.d.R. im RAW-Format auf und bearbeite sie anschließend in Lightroom.

So, und ich glaube, dass war auch schon genug Technik-Kram (sagte die gelehrnte Technische Zeichnerin - ja, sowas hab ich auch mal gemacht...fragte mich selbst, warum).

Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende, meine Lieben. Genießt und nutzt das Wetter, die freie Zeit und euer Leben. Vielleicht kramt ihr ja auch eure DigiCam mal wieder heraus?

In diesem Sinne: Cheerio and stay different!

Eure



Mittwoch, 24. August 2016

Ein Besuch im Filmmuseum: für Stop Motion, Tim Burton und alle anderen Film-Fans

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Heute gibt es mal wieder ein wenig Kultur.  Filmkultur, um genauer zu sein.
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Film-Freund bin. Vor allem Horror, Science Fiction, Fantasy und Dramen haben es mir angetan. Ob das wohl mit meiner allgemeinen Passion für dunkel-morbides-spooky-gothy-Gedöns zusammenhängt? Man weiß es nicht.

Exponat Deutsches Filmmuseum, FFM

Praktischer Weise befindet sich nicht weit von uns das Deutsche Filmmuseum/ Deutsche Filminstitut. Daher unternehmen wir in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Ausflüge dorthin. Im Museum gibt es die mehr oder weniger konstante Dauerausstellung und eine regelmäßig wechselnde Sonderausstellung, sowie ein Kino, in welchem quasi täglich Filmvorführungen stattfinden (und ich rede hier auch von Vorführungen von analogem Material, also von "richtigen Vorführungen"). Hier dürfen auch Studenten regelmäßig ran an die Programmplanung. Eine sehr gute Sache, wie ich finde. Gleichzeitig ist das Museum auch Filmverleih und es finden in den Räumlichkeiten regelmäßige filmbezogene Kulturveranstaltungen statt, bei denen auch geladene Fachleute Vorträge halten, diskutieren etc. Aber genug Infos vorläufig. Mehr mehr wissen möchte, kommt hier zur offiziellen HP des Instituts.

Alien (Ja, eines der echten Kostüme aus dem Alien Film von Ridley Scott)

Mir geht es in diesem Post vorläufig darum, euch einen kleinen Einblick in die Exponate-Welt des Museums zu geben. Leider hatte ich nur mein Handy für Fotos zur Verfügung, um damit ein paar Schnappschüsse zu erhaschen, da ich wirklich davon ausgegangen bin, dass es nicht gern gesehen wird, wenn man mit einer hochauflösenden Cam 3mm von den Exponaten entfernt steht und erstmal 10 Minuten den Verkehr aufhält um DAS Foto zu schiessen. Zu meiner Überraschung ist dies aber tatsächlich erlaubt. Nur Filmen nicht - im Filmmuseum - welch Ironie. Nun ja.

Das obrige Bild zeigt euch bereits das erste Exponat aus der Dauerausstellung - eines der Alien Kostüme aus Ridley Scotts gleichnamigen Film. Schon recht beeindruckend, dieses gute Stück mal in der Realität zu sehen. Vor allem als SF-Freund.

Der Ein oder Andere wird sicherlich schon mitbekommen haben, dass ich schon eine gewisse Leidenschaft für Tim Burton's Filme habe. Daher überrascht es wohl auch nicht so sehr, dass ich mich jedes Mal wieder freue, wenn ich mir die Figuren (-Teile) aus Burtons Klassiker The Nightmare before Christmas dort anschauen kann. Ist er nicht süß, der kleine Jack? Ich liebe dieses kleine morbide Stop-Motion Märchen!

Jacks Austausch-Köpfchen
Weihnachts-Jack

Wer sich übrigens schon immer mal einen Oscar anschauen wollte: Maximilian Schell's Academy Award kann dort ebenfalls bewundert werden. Finde ich ja schon irgendwie beeindruckend, ob man nun diese Verleihungs-Veranstaltung und den ganzen Hype dahinter gut findet, oder nicht.

Academy Award von Maximilian Schell

Neben den bisher gezeigten Ausstellungsstücken gibt es natürlich noch zahlreiche weitere interessante Dinge zu entdecken. Beispielsweise bekommt man einen Eindruck in die Entstehung und Entwicklung des Films, kann sich Story-Boards, Kostümentwürfe oder Plastiken bekannter Filme anschauen oder ein bisschen vor dem Greenscreen herumspaßen. Auch Licht, Ton und Schnitt werden dem Besucher im Selbstversuch näher gebracht.

Star Wars Requisite - Darth Vader Helm

Star Wars-Fans out there? Originaler Darth Vader-Helm zu bewundern. Der Helm ist einer von sieben Helmen, die während der Dreharbeiten zur - ich meine Episode 4 - zum Einsatz gekommen sind. Allerdings wurde dieses Exemplar hier "nur" vom Lichtdouble getragen...

Die Sonderausstellung behandelte bei unserem letzten Besuch die Aardman-Welt (Shaun das Schaf, Wallace und Gromit). Tatsächlich bin ich jetzt nicht der allergrößte Fan dieser Produktionen, weil ich nunmal eher der Horror/SF/Fantasy/Dramen-bla-Mensch bin. Nichtsdestotrotz finde ich diese Stop-Motion-Geschichten schon ziemlich faszinierend. Der extreme Aufwand, der hinter solchen Produktionen steckt, ist definitiv nicht zu verachten. Gleichzeitig bietet einem diese Art der Produktion natürlich unheimlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Und nicht zuletzt sind viele Filme, die ich sehr mag, auch Stop-Motion-Produktionen (z.B. Nightmare before Christmas, Coraline, Mary and Max). Sprich: mir die Figuren anzusehen, einfach mal aus technischer/produktionsspezifischer Sicht, war schon ziemlich cool. Und ernsthaft: ein Film/eine Geschichte mit Knete erzählen? Weckt doch schöne Kindheitserinnerungen...
 
Shaun das Schaf - Einblicke ins Set

Shaun das Schaf - Einblicke ins Set

Set aus Wallace & Gromit
 
Und ganz so wenig morbide, bzw. spooky-gothy sind die Aardman-Produktionen ja auch nicht immer. Hier mal ein paar Einblicke:
 
Requisite aus Wallace & Gromit: Auf der Jagt nach dem Riesenkaninchen

Zeichnung Riesenkaninchen (Wallace & Gromit)

Zeichnung Riesenkaninchen (Wallace & Gromit)

Ich hab wirklich keine Ahnung mehr, was es war, aber ich fands gut. Ich glaube ein Flugzeug aus Chicken Run.

s.o. (immer diese desinformierten Blogger...)

Morbides Knetzeug :)

So, ich hoffe ich konnte euch ein paar interessante Einblicke verschaffen. Vielleicht plant der ein oder andere von euch ja nun mal einen Abstecher ins Filmmuseum. Für Film-Fans auf jeden Fall empfehlenswert. Auf der Homepage kann man sich auch über die aktuellen Exponate der Sonderausstellungen schlau machen.

Metropolis Exponat (Fritz Lang)

In diesem Sinne: Cheerio and stay different!
Bis ganz bald.

Eure