Sonntag, 5. August 2018

Die Schwarze Witwe in Darmstadt - Friedhofsgeflüster auf dem Parkfriedhof

Meine Lieben alternativen Menschen!

Vor gar nicht allzu vielen Tagen verließen Victor und ich unsere Stube, um einem interessanten und den Meisten wohl eher morbide erscheinenden Erlebnis beizuwohnen:
Die Schwarze Witwe (alias Dr. Anja Kretschmer) nahm die beschwerliche Reise durch etliche Jahrzehnte auf sich, um im Zentrum des Jugendstils uns Interessierten die bestattungskulturellen Gebräuche des späten 19. Jahrhunderts näher zu bringen.

Und für viele unter euch vermutlich nicht die größte Überraschung: da mussten wir doch hin. Da wir tatsächlich auf unseren WGT-Besuchen bisher noch nie eine Friedhofsführung besucht hatten, bot sich jetzt dieses Heimspiel doch mehr als an.


Nachdem die Schwarze Witwe uns empfangen und darüber aufgeklärt hatte, dass sie es als wichtig empfinde, sich im Leben mit dem Tod auseinander zu setzen, da dieser wohl jeden von uns betrifft, ging mir zum ersten mal das Herz auf. Zum Einen, weil es genau das trifft, was ich in unserer leistungsorientierten, von Selbstoptimierung und Jugendwahn nur so strotzenden Gesellschaft absolut vermisse: Auseinandersetzen mit den unausweichlichen Dingen, Alter und Krankheit nicht als "Versagen" sehen. Zum Anderen, weil eben nicht nur Schwarzvolk bei dieser Führung anzutreffen war, von welchem ja durchaus bekannt ist, dass sie diese Thematiken nicht verdrängen, sondern weil auch etliche Stinos anzutreffen waren, die sich offenbar für dieses Thema sehr interessierten. Vielleicht besteht also doch noch ein Funken Hoffnung für unsere Gesellschaft.

Dr. Anja Kretschmer, alias "Die Schwarze Witwe"

Und von der Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod strotzte, wenig überraschend, die Führung. Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, sei euch gesagt: Der Umgang mit dem Sterbeprozess und die Bestattungskultur einer doch wenig aufgeklärten Gesellschaft ist äußerst interessant, teilweise natürlich morbide, aber eben auch unterhaltsam, sogar manchmal lustig und vor allem eins: Der Tod ist Teil des Lebens, Teil der Gesellschaft und wird nicht komplett verdrängt, wie in unserer heutigen "forever young"-Verblendung.

Begleitet wurde diese Auseinandersetzung von anschaulichen Beispielen, die selbst Menschen wie uns, die sich deutlich intensiver mit morbiden Themen auseinandersetzen, als die Stino-Gesellschaft, zum Teil neue Informationen anschaulich vermittelten.



Zum Abschluss: Ich empfehle jedem, der nicht davor zurückschreckt und sich mal ein wenig näher mit der Thematik Sterben und Tod auseinander setzen möchte, diese Führung zu besuchen. Die Führung ist keine bloße Aneinanderreihung von Informationen, die Schwarze Witwe bringt auch Neulingen auf erfrischende Art und Weise dieses Gebiet näher. Alle Informationen zum Friedhofsgeflüster, welches regelmäßig auf verschiedensten Friedhöfen Deutschlands angeboten wird, findet ihr auf der Homepage Kretschmers. Darüber hinaus gibt es noch weitere Einblicke in ein vielfältiges Programm jenseits des Geflüsters.

Und eine weitere Empfehlung meinerseits: setzt euch mit dem Thema Tod und Sterben auseinander. Seht die gesellschaftliche Verblendung, die vermittelt, dass Krankheit und Tod quasi nicht existieren. Denn nur wer sich seiner Sterblichkeit bewusst ist, kann das Leben richtig schätzen und lieben lernen. So. Wort zum Sonntag - im wahrsten Sinne.

Also meine Lieben: bis dahin!
Cheerio and stay different!

Eure


Sonntag, 22. Juli 2018

Goth-Vintage-Hochzeit: Die Einladungskarten sind raus!

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute gibt es den ersten Eindruck, in welchen Stil Victor und ich unseren gemeinsamen großen Tag halten möchten. Uns beiden war sicherlich schon seit etlichen Jahren klar, dass das Leitmotiv einer Feier, wenn es denn eine geben sollte, zumindest für uns die Farbe Schwarz sein sollte. Vermutlich für die meisten unter euch keine große Überraschung.

Da wir uns sehr kurzfristig  dafür entschlossen haben, noch in diesem Sommer zu heiraten, mussten die Einladungskarten schnell raus. Es blieb uns also keine Zeit, etwas selbst nach unseren genauen Vorstellungen zu gestalten, jedoch sind wir im WWW auf den gefühlt Millionen Online-Druckseiten fündig geworden.

Um ehrlich zu sein hat es mich selbst überrascht. Denn Hochzeit und Schwarz ist offenbar nicht wirklich vereinbar, sagen das WWW und der Mainstream. Prinzipiell finde ich dies aber auch gar nicht so schlecht. DIY ist schon immer ein großer Bestandteil der Subkultur, ich gestalte selbst sehr gern, und eine persönliche Note auf der eigenen Hochzeit ja auch etwas Schönes. Da wir allerdings, wie gesagt, wirklich in kürzester Zeit alles organisieren mussten (Standesamt, Location, was halt so auf eine Einladung muss) haben wir uns für diese schönen Online-Druck-Exemplare entschieden:



Die Kombination aus grau und schwarz ist ja schon ein Traum - also für mich. Wer in unserer Wohnung war, wird gewissen Parallelen erkennen können. Das Spitzenbändchen, welches die Karte einfasst, hat bei mir sofort Vintage-Assoziationen geweckt, mich aber auch gleich an den klassischen Romatic Goth Stil erinnert. Außerdem hat es schon etwas Edles, oder? Die Hochzeit soll weniger in die, ich nenne es jetzt mal Trash-Goth Richtung gehen, sondern mehr meinem Stil, dem Goth-Chic entsprechen. Absolut erfüllt.



Der "Spruch" auf der Karte sollte für euch nicht unbekannt sein. Ein Auszug aus dem Lovesong vom Szeneurgestein The Cure. Für mich war von Anfang an klar, dass soetwas mit hinein muss. Eine eindeutige Verbindung zur Szene, ein bisschen Schwarzromantik. Und mal ehrlich, was wäre prädestinierter für Goth-Wedding-Einladungskarten?

Falls sich jemand von euch dafür interessiert, wo wir die Karten her haben, hier geht es zum Shop. Ein bisschen Suchfilter "schwärzen" und es kann losgehen.

Das war mein erster Einblick für euch in meine Goth-Vintage-Wedding- Gestaltungsreihe.
Bis ganz bald!

Eure 



Mittwoch, 27. Juni 2018

Wird die Schwarze Szene von Hipstern unterwandert?

Heute gibt es für euch mal wieder etwas von meinem Gastautor und Liebsten zu lesen: Victor von Void über die mögliche Szeneunterwanderung. Viel Lesevergnügen!

Wir waren vergangenen Freitag bei einem kleinen, feinen Konzert der Bands Qual und Smittness. Zu den Bands will ich hier nicht viel sagen, außer, dass erstere eine Mischung aus Oldschool-EBM, Industrial und einer Prise Aggrotech spielten, letztere hingegen eine Art Cold-Wave-Pop, wie eine etwas verträumtere Version von Hante. oder Keluar. 

Gegenstand dieses Posts sollen jedoch weniger die Bands (oder das Konzert als solches), sondern vielmehr das Publikum (schätzungsweise etwa dreißig bis fünfzig Leute) sein: es bestand mindestens zur Hälfte aus dem, was ich vom Aussehen her als Hipster beschreiben würde, ein Teil von ihnen war wohl in seiner Funktion als Freunde der Musikerin von Smittness dort. 

Mir drängte sich ein Gedanke auf, der dann sowohl von Mina als auch von anderen Besuchern im Gespräch mir gegenüber geäußert wurde: 

"Die Schwarze Szene wird von Hipstern unterwandert!"

Innerlich sprang dabei natürlich sofort der alte Abwehrreflex an, der Fremden das Eindringen in die eigene Gruppe verwehren will, und der gerade in der Schwarzen Szene verbreitet ist und sich gegen alles und jeden richtet, der als Bedrohung der eigenen Gruftigkeit und Trueness wahrgenommen wird. Seien wir ehrlich: die meisten von uns halten Hipster für das Böse unter der Sonne, eine Perversion von allem, was uns heilig ist, Trendhuren, ein Krebsgeschwür, dass sich einfach an den Codes unserer Szene (die Farbe Schwarz, bestimmte Frisuren, Tattoos etc.), unserer Musik und unserem Individualismus bedient, ohne uns dabei den nötigen Respekt zu zollen. Kurz gesagt: Hipster sind der Feind. 

Nachdem mein innerer Bluthund aufgehört hatte, wild geifernd um sich zu beißen, stellte ich mir dann doch noch die Frage, woher dieser Eindruck kommt und ob er überhaupt stimmt: 

Werden wir wirklich unterwandert? 

Definieren wir doch erst einmal den Begriff der Unterwanderung als das Eindringen in eine Gruppe oder Szene mit dem Ziel der Veränderung oder Zersetzung derselben.

Den oder die Hipster (bzw die Hipster-Szene) will ich hier nicht umfassend definieren (das wurde bereits anderswo getan und ist auch mangels sozialwissenschaftlicher Kompetenz meinerseits nicht ohne weiteres wirklich umfassend und korrekt möglich), sondern nur die Beobachtungen schildern, die mich dazu brachten, die Besucher als solche einzustufen: mehrheitlich weiblich, Birkenstocks oder weiße Sneaker (oder zumindest Sneaker mit weißen Sohlen), Frisuren bei denen Pony und Mini-Dutt eine entscheidende Rolle spielen (alternativ: irgendwie bunt gefärbter Undercut), Leggings oder Karottenjeans, Pullover und Cardigans, die möglichst weit sind und mit geometrischen Mustern und/oder Farben aus dem Spektrum der Signalfarben spielen, kurz: Klamotten, die man so aus den frühen 90ern kennt. Wobei auffiel, dass die Trägerinnen vermutlich nicht alt genug waren, die frühen 90er selbst bewußt miterlebt zu haben, denn wer die frühen 90er selbst erlebt hat, würde sich wohl eher selbst einen Fuß abkauen, als die 90er noch einmal als modisches Vorbild zu verwerten. Die Musikerin von Smittness passte übrigens optisch auch dazu.

Wie kommen nun also all die Hipster auf ein Konzert, das sonst vermutlich eher die Schwarze Szene anspricht? Hier dürfte die oben angesprochene Cold-Wave-Pop-Musik von Smittness eine Rolle spielen, sowie der Fakt, dass Qual ein Nebenprojekt von William Maybelline ist, der sonst bei Lebanon Hanover für die Musik zuständig ist, welche ebenfalls Post Punk und Cold Wave als Hauptbetätigungsfeld haben.

Post Punk und Cold Wave standen historisch gesehen am Anfang der Schwarzen Szene und waren einer der Haupteinflüsse bei deren Entstehung, verschwanden aber im Lauf der späten 80er und dann der 90er Jahre größtenteils in der Versenkung. Das Revival dieser Genres in den letzten Jahren wurde meiner Meinung nach aber unter Anderem auch von der Hipster-Szene ausgelöst, die bei ihrer Suche nach Dingen, die man "ironisch" feiern konnte, neben Schreibmaschinen, Bärten und Holzfällerhemden (ein Relikt der Grunge-Szene der frühen 90er) auch Bands wie Joy Division (wohl wegen ihrer ikonischen Plattencover, die auch auf T-Shirts und Jutebeuteln gut aussehen) aus der (Szene-)Versenkung zurück in den Mainstream hob, und in der Folge damit auch wieder verstärktes Interesse in der Schwarzen Szene selbst hervorrief, so dass eine Menge junger, neuer Bands diese alten Einflüsse aufgriffen und neu verarbeiteten. Und das mit beachtlichem Erfolg.

Wir verdanken also im Grunde auch den Hipstern aktuelle Lieblinge der Schwarzen Szene wie Lebanon Hanover, Selofan, Soft Kill, Ash Code oder Keluar.

Ist das also nun eine "Unterwanderung"? Im Sinne der oben genannten Definition wohl eher nicht, denn in der Vergangenheit wurden schon andere Einflüsse (z.B. Mittelalter, Steampunk, Metal) in die Szene assimiliert, ohne diese nennenswert zu (zer-)stören.

Ein Merkmal (nicht nur) der Hipster-Szene ist starke Abhängigkeit von Trends, die meiner Meinung nach stärker als in der Schwarzen Szene ausgeprägt ist. Zudem sind die vielen Auswüchse der Hipster-Szene schon längst wieder vom Mainstream assimiliert worden, anders als die meisten Merkmale der Schwarzen Szene. Aus meiner Sicht haben wir daher derzeit zwar eine musikalische Überschneidung, die sich aber langfristig wieder auflösen wird, sobald die Hipster-Szene sich anderen, neuen Trends zuwendet.

Ob das abgesehen von einer etwas breiteren Musikauswahl Spuren in der Schwarzen Szene hinterlassen wird, bezweifle ich aber: Ich kann mir einfach keine Grufties in weißen Sneakern und Holzfällerhemd vorstellen.

Freitag, 22. Juni 2018

Qual - Das Zweitprojekt von William Maybelline heute Abend in Darmstadt!

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute Abend ist es mal wieder soweit: Die Oetinger Villa in Darmstadt erfreut uns mit einer Perle der schwarzen Musik: William Maybelline, neben Larissa Iceglass die anderen 50% von Lebanon Hanover, gibt sich mit seinem Zweitprojekt Qual die Ehre.

Noch nichts von Qual gehört? Dann wird es zumindest für all diejenigen unter euch, die die düsteren schwarzen wavigeren Töne favorisieren schnellsten Zeit! Und selbstverständlich auch für alle, die dem Sound von Lebanon Hanover verfallen sind.

Qual - Desolate Discotheque:


Vielleicht sehen wir uns ja heute Abend? Falls ja - einfach ansprechen ;)
Bis dahin - cheerio and stay different!

Eure


Sonntag, 27. Mai 2018

Was ist denn da los? Es gibt Neuigkeiten...

Meine lieben alternativen Menschen!

Der Eine oder Andere unter euch hat sich sicherlich schon gefragt, was denn hier so los ist und warum ihr so wenig von mir hört: Das WGT kam und ging, kein Lebenszeichen. Der World Goth Day vor ein paar Tagen? Ebenfalls nichts.

Das ist tatsächlich relativ einfach zu erklären: Victor und mir steht der Kopf momentan ganz woanders: Vor ein paar Monaten haben wir uns dazu entschlossen, dass es mal an der Zeit wäre, zu heiraten. Ungefähr genau mit diesem Wortlaut. Ich weiß nicht, ob allen von meinen Lesern bisher bewusst war, dass wir ein Paar sind (ich glaube tatsächlich nicht), spätestens jetzt ist es offiziell.


Und wie ihr euch bestimmt schon vorstellen könnt, sind wir ein bisschen im Planungsstress, weil alles sehr schnell gehen muss. Die Hochzeit soll nämlich noch in diesem Sommer stattfinden. Nun heißt es: Den üblichen Organisationskram klären! Diejenigen unter euch, die das selbst schon hinter sich haben, wissen, wovon ich rede. Aber natürlich nicht nur das: Es muss auch eine Hochzeit organisiert werden, die zu uns passt, was heißt: Es wird halt nicht 08/15. Eine schwarze Hochzeit mit ein bisschen Vintage-Flair, so soll das Ganze aussehen...

Ich, als bekennende Perfektionistin bin daher schon fleißig am Planen, Basteln und Aussuchen, was ich zum Teil gern mit euch teilen möchte. Ja, ich trete Hochzeitskram im Internet breit. Weil es hier eben auch um Szenedinge, wie Gestaltung oder auch Playlist der Feier gehen wird. Wen es stört: Klick weg. Alle anderen: Ich werde euch also in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten!

Bis dahin:
Cheerio and stay different!

Eure



Freitag, 25. Mai 2018

Neue Datenschutzverordnung - was mache ich mit euren Daten?

Meine lieben alternativen Menschen!

Und wie sollte es anders sein, auch kleine Blogger wie mich, die weder finanziellen Nutzen aus ihrem Blog ziehen, noch persönlich Nutzerdaten für sonstwas systematisch erfassen, trifft sie nun: die neue Datenschutzverordnung, welche ab heute rechtens ist.

Victor und ich haben unser Bestes gegeben, um euch umfangreich über dies aufzuklären: Unter dem neuen Reiter "Datenschutzerklärung" findet ihr alle weiteren Informationen. Da Blogger ein von Google betriebener Service ist gilt - kurz gesagt - alles, was Google euch auch schon gesagt und in seiner eigenen Datenschutzerklärung geschrieben hat. Trotzdem möchte ich euch nochmal darauf aufmerksam machen.

Auch einen neuen "Kontakt und Impressum" - Reiter findet ihr nun, aus den selben Gründen.

Und nun noch kurz etwas anderes:
In letzter Zeit ist es hier realtiv ruhig geworden, was natürlich Gründe hat. Bald werde ich euch davon in Kenntnis setzen, mein Inner Circle weiß sicherlich schon, wovon ich rede ;)

Bis dahin, meine Lieben:
Cheerio and stay different!

Eure




Mittwoch, 25. April 2018

Konzertreview: Lebanon Hanover - Selofan - Suir. Frankfurt: Das Bett, 20.04.2018

Meine lieben alternativen Menschen!

Es war mal wieder soweit: ein Konzert im Bett stand in meinem Kalender. Eines, auf das ich mich schon seit langer Zeit sehr gefreut habe: 


Im Franfurter "Das Bett", eine Location, die ich wirklich gern besuche (kleiner Tipp am Rande), gaben sich Lebanon Hanover die Ehre. Dem einen oder anderen aufmerksamen Leser meines Blogs wird nicht neu sein, dass ich diese Formation ganz besonders schätze. Und es war schon viel zu lange her, dass ich sie Live erlebt habe, genau genommen war das im Februar 2017 (zur Konzertreview hier entlang).
Nun gab ein neues Album wieder einmal Anlass für eine Tour: Let Them Be Alien erschien vor kurzem im griechischen Label Fabrika Records. Daher musste man mich nicht lange bitten: auf nach Frankfurt!


Diesmal gab es gleich zwei Vorbands: Die Label-Kollegen Selofan und die Frankfurter Formation Suir begleiteten diesen Abend ebenfalls. Beide hatte ich zugegebenermaßen vorher nur so halb auf dem Schirm. Einfach mangels Zeit. Ihr kennt das: unsere digitale Welt ist so voll an Überangebot... sensible Menschen, wie ich es nun einmal bin, sind da schnell überfordert und greifen auf Altbewährtes zurück. Daher bin ich immer froh, wenn ich auf Konzerten Musik entdecke, wie diese. Beide Vorbands waren absolut nach meinem Geschmack, von beiden musste gleich mal eine CD her. 

Suir eröffneten den Abend mit ein wenig Verspätung. Die Male-Female Zweier-Kombo mit ihrem kühlen synth/wave/minimal/ambient Sound mit Gitarreneinsprengseln, die angeben, von Klassikern wie The Jesus and Mary Chain oder The KVB in ihrem Schaffen beeinflusst worden zu sein, hatten mich ziemlich schnell begeistert. Und auch der Rest des Publikums schien diese Eröffnungskombo ziemlich gut aufzunehmen. 




Weiter ging es dann mit der griechischen Formation Selofan. Ich denke, einigen von euch werden sie schon bekannt sein, haben sie ihr erstes Album doch bereits 2013 veröffentlicht. Auch bei ihnen handelt es sich um eine Male-Female-Kombo, bestehend aus Dimitris Pavlidis und der wunderbar extravaganten Joanna. Mit ihren sowohl auf Griechisch als auch auf Englisch und Deutsch verfassten Songtexten und den düsteren wave und minimal Sounds rissen sie das Bett-Publikum absolut mit. Und was soll ich sagen: Mich natürlich auch. Jeden Tag läuft seither ihr neuester Tonträger Vitrioli bei mir rauf und runter. True love meinerseits und eine absolute Empfehlung an euch, vor allem, wenn ihr den Sound von Lebanon Hanover mögt.







Und nun zum Headliner des Abends: Lebanon Hanover. Ich kann euch gar nicht so viel dazu schreiben: Ich liebe diese Formation, ich liebe es, Larissa und William zu zu schauen, ich liebe ihren Sound, ich liebe ihre Texte. Absolute Identifikation. Sixteen-Years-Old-Fangirl-Mina. Eine Bewertung der Leistung erfolgt hier also offenbar absolut objektiv ;) Es war toll. Wie immer. Die neuen Songs auf der Bühne präsentiert zu erleben, das Publikum absolut - ja für Goth-Verhältnisse schon fast ausflippen zu sehen. Einfach ein wunderbares Erlebnis. Besonderes Schmankerl war während der Show wohl auch die Saxophon- Einlage von Dimitris Pavlidis (Selofan). Muss ich erwähnen, dass das neue Album sofort in meiner "Einkaufstasche" landete? Neben Pins, Buttons, Shirts ... reden wir nicht weiter drüber.



 
 
Ich muss ja gestehen, dass ich mich bei Lebanon Hanover und dazu noch als studierte Medienwissenschaftlerin immer ein bisschen schäme, mitzufilmen oder Bilder zu machen. Wer die Songs von Lebanon Hanover kennt, weiß vermutlich auch, wieso. Und wer ein paar medienwissenschaftliche Theorien kennt oder einfach in der Lage ist, seinen Menschenverstand zu benutzen, weiß vermutlich auch warum. Und wenn ich mich auf Konzerten so umschaue, ist es schon extrem, in wie viele Bildschirme geschaut wird, statt sie unabgelenkt live mit zu erleben. Aber was sollen ich sagen? Irgendwie möchte ich ja doch ein bisschen was festhalten. Für mich. Und für euch.

Das war meine kleine persönliche Kozertreview für euch. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig unterhalten oder einen heißen neuen Tipp geben?

Cheerio and stay different!
Bis bald.
Eure


Dienstag, 3. April 2018

Memento Mori: Rosenkranz aus dem Antikmarkt

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder einen besonderen Fund für euch: Diesen Memento-Mori-Rosenkranz aus Holz. Gefunden habe ich ihn bei einem Streifzug durch die Frankfurter Hinterhof- Antik- und Flohmarktläden.


Was an diesem Fund besonders ist, fällt sofort auf: es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Rosenkranz: Schaut euch diese detailierte Schnitzerei des Totenschädels an. Eine wunderschöne feine Arbeit. Leider kann ich euch nicht sagen, aus welchem Jahrzehnt das Teil stammt, aber offensichtlich ist es schon etliche Jahre alt. Schätzen würde ich den Rosenkranz auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Würmchen hat sich an ihm wohl auch schon einmal gütig getan, was alles nur charmanter macht.



Einer Legende nach soll der Rosenkranz in seiner heutigen Form Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein und geht auf den Heiligen Dominikus zurück, welcher ihn als Gründer des Dominikanerordens dort als Gebetskette eingeführt hat. Tatsächlich geht man jedoch davon aus, dass ähnliche Gebetsketten schon im frühen Mittelalter gebetet wurden und sich nach und nach zum heutigen Rosenkranz mit seinen 59 Perlen entwickelten. Rosengewächse stehen in der Katholischen Kirche für die Mutter Jesu, daher der Begriff Rosenkranz, der im 15. Jahrhundert erstmals für die Gebetskette verwendet wurde (vom lateinischenWort Rosarium, also Rosengarten).


Häufiger findet man einen Totenkopf als eine der Perlen des Rosenkranzes, die dem Betenden eine Orientierung bieten sollen. Selbstverständlich stehen sie jedoch auch als Memento Mori, "Bedenke deine Sterblichkeit". In der Katholische Kirche bezieht sich diese "Warnung" selbstverständlich auf das Leben, welches du nach deinem Tod führen wirst: bedenke, dass nach deinem Tod die Taten deines irdischen Lebens bewertet werden und über dich gerichtet wird. Wundert es jemanden, dass die Goth-Szene sich diese Symbolik angeeignet hat?


Der Rosenkranz, häufig mit einem Kruzifix am Ende baumelnd, findet sich nicht selten um den Hals des ein oder anderen Gruftis wieder. Häufig war dies meinem Empfinden nach in den 90er Jahren zu beobachten. Und ja, auch ich habe selbstverständlich einen gehabt, den ich gerade in meiner Baby-Bat-Zeit und in den frühen 20ern häufig ausgeführt habe. Neben weiteren Symboliken, wie dem Ankh oder auch dem Pentagramm, ist der Rosenkranz aus der Szene kaum wegzudenken. Deswegen aber natürlich nicht jedergoths Geschmack.



Meine Lieben, das war es nun für mich heute. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren und unterhalten. Und das Internet nach langer Zeit mal wieder ein wenig mit Content füllen.



Bis zum nächsten Post.
Eure








Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ikonografisches_Heiligenattribut
https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenkranz
https://www.thecathwalk.de/2016/09/23/totenschaedel-im-rosenkranz-alles-ok/
http://cms.vivat.de/themenwelten/glauben-im-alltag/symbole-devotionalien/rosenkranz-bedeutung-ablauf.html

Sonntag, 14. Januar 2018

Vinylporn: Anathema - The Silent Enigma 2017

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute haben wir ein wenig Vinylporn für euch. Einfach, weil wir euch diese Neuerwerbung für unser Schallplattenregal nicht vorenthalten möchten. Warum wir? Weil es sich hier sozusagen um einen kleinen Gemeinschaftseintrag von Victor und mir handelt.

Peaceville Records, ein Label, das vornehmlich mit Doom Metal Bands wie Candlemass, Paradise Lost, My Dying Bride, Katatonia und Anathema große Erfolge feierte, aber auch beispielsweise Darkthrone, Cradle of Filth, Behemoth oder At the Gates unter Vertrag hatte, feiert gerade sein 30jähriges Bestehen. Dafür werden einige Veröffentlichungen neu in einer speziellen Vinyledition herausgebracht. 

Im Zuge dessen wurde am 15. Dezember des vergangenen Jahres auch Anathemas zuerst 1995 erschienenes zweites Studioalbum The Silent Enigma als Vinyl neu veröffentlicht, das (sicher nicht ganz zufällig) eines von Victors absoluten Lieblingsalben ist. Und das vegangene Weihnachten bot natürlich eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich dieses ästhetische (und selbstverständlich auch musikalische) Meisterwerk zu zu legen. Seht es euch an!




Die Vorderseite ziert das Gemälde "The Lady in Milton's Comus" von Joseph Wright, der es 1785 im Stil der Romantik malte. In diese Phase fällt übrigens auch die Veröffentlichung der ersten Gothic Novel, "Das Schloss von Otranto" (1764) von Horace Walpole. Die Wahl fiel sicher nicht zufällig auf dieses Bild, denn auch Musik und Texte auf dem Album spielen mit Themen und Versatzstücken, die in der Romatik populär waren. Anathema gelten nebenbei bemerkt zusammen mit ihren Labelkollegen  My Dying Bride und Paradise Lost  (die "Peaceville Three" oder "Big Three") auch als wesentliche Mitbegründer des Gothic Metal-Genres, indem sie Einflüsse aus Gothic und Darkwave in den Metal integrierten.



Die Rückseite der Platte ziert eine Aufnahme des als Barnard 33 katalogisierten Pferdekopfnebels im Sternbild Orion. Das rote Leuchten stammt vom Wasserstoff hinter dem Nebel, der vom Stern Sigma Orionis angeregt wird. Ein atemberaubendes Bild, ganz im Einklang mit dem Bombast, den die Platte auch musikalisch verströmt.





Das soll es für heute gewesen sein. Und übrigens: Frohes Neues und so. Auf ein weiteres gemeinsames nettes Jahr.

Cheerio and stay different!
Bis dahin, meine Lieben!


 & Victor von Void

Sonntag, 31. Dezember 2017

Jahresrückblick: Meine Top 3 Musikalben

Meine lieben alternativen Menschen!

Und schon wieder ist ein Jahr rum. Und schon wieder ging es verdammt schnell. Zum Jahresende ist es wohl mal Zeit für einen kleinen Rückblick. Und zwar einen musikalischen: ich möchte euch meine Top 3 Musikalben des Jahres vorstellen:



Clan of Xymox - Days of Black

Die niederländischen Dark Waver von Clan of Xymox beglückten ihre Anhänger (also mich) am 31. März diesen Jahres nach dreijähriger Wartezeit wieder mit einem neuen Werk: Days of Black (Trisol/Soulfood).


33 Jahre Bandgeschichte stecken hinter dieser Formation; 33 Jahre haben sie die Szene musikalisch geprägt. Kopf und Wahl-Leipziger Ronny Moorings kann wohl zweifelsohne als Szene-Urgestein betrachtet werden. Und so ist auch das neue Album erneut ein absolutes Meisterwerk, welches die Atmosphäre einer schwarzen Subkultur perfekt einfängt und wiederspiegelt: düstere Post-Punk-Riffs, treibender Synth Sound und nachdenklich stimmende Lyrics, unverkennbar und einprägsam. Besonders häufig auf Repeat bei mir übrigens Track 11: "Your Kiss".

Selbstverständlich kann man sich das ganze Album auch schon auf der roten Videoplattform anhören/schauen. Über ein wenig (finanzielle) Unterstützung würden sich die Künstler allerdings sicherlich auch freuen ;).



Diary of Dreams - hell in Eden

Und auch eine weitere Formation, deren Klänge ich seit etlichen Jahren lausche und mit deren Lyrics ich mich immer stark identifizieren kann, erfreute mein Fanherz in diesem Jahr mit einer neuen Veröffentlichung: am 06.10.2017 erschien das neue Studioalbum von Diary of Dreams: hell in Eden (Accession/Indigo).


Eine Reduktion des Albums auf die im ersten Moment sehr offensichtlich erscheinende Anlehnung an religiös motivierte Thematiken durch die Titelwahl ist unmöglich. Man beachte den orthografischen Hinweis, der sich in "hell" versteckt. Aber ich möchte nicht zuviel verraten. Hören und verzaubern lassen. Düstere, bedrückende und nachdenklich stimmende Elektronik ganz im Stil der Band um Adrian Hates. Auf jeden Fall ein Muss für alle bereits Angefixten da draußen und ein guter Einstieg und musikalischer Querschnitt der Formation für Erstlinge.

Hier ein kleiner auditiovisueller Einblick in das Album: "Hiding Rivers", veröffentlicht auf dem offiziellen YT-Kanal der Formation. Auch optisch ein Hingucker: eine professionelle Videogestaltung ist offensichtlich. Im übrigen ist dieser Song auch einer meiner absoluten Favoriten des Albums.


Da ich momentan kaum zu Bandvorstellungen oder Konzertreviews komme, an dieser Stelle: vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich Diary of Dreams auch mal wieder live bewundern können; diesmal im Mannheimer MS Connexion Complex. Eine ganz große Empfehlung von mir an euch: schaut sie euch an, wenn sie in eurer Gegend sind. Live ein absolutes Erlebnis. In meinem Bekanntenkreis tummeln sich auch einige Mitmenschen, die mit elektronischen Klängen nicht ganz soviel anfangen können und denen meist ein paar "ordentliche Gitarrenriffs" fehlen. Nehmt sie mit. Sie werden überrascht sein ;)


Lebanon Hanover - Tomb for Two

Die meisten von euch werden sich jetzt sicherlich denken, was dieses Album hier soll, schließlich veröffentlichten Lebanon Hanover das Tomb for Two Album bereits 2013! Richtig. Aber nicht für Mina. ICH habe dieses Meisterwerk erst in diesem Jahr für mich entdeckt. Und zwar, als ich im Februar ein Konzert des Duos besuchte und das Album direkt danach erst in meiner Tasche und dann, auf dem Heimweg, in meinem Autoradio landete.


Zuallererst: was für ein wunderschönes Cover. Jedesmal wieder denke ich mir: wow! In unserem CD-Regal springt es sofort ins Auge: die doch vergleichsweise farbenreiche Covergestaltung fällt auf. Und doch so wunderbar melancholisch. Ich liebe es.

Und musikalisch? Was soll ich sagen: ausnahmslos jeder Song dieses Albums lässt mein Herz höher schlagen: der zugegebener Maßen in Clubs bereits totgespielte "Gallowdance", "Sadness ist Rebellion", und auch besonders "I Believe you can Survive"... Dieser Song spricht mir so aus der Seele, daher dieser auch an dieser Stelle als Einblick für euch:




Darklings, das soll es nun von meiner Seite für dieses Jahr gewesen sein! Welche musikalischen Highlights hielt denn 2017 für euch bereit? Ich bin sehr gespannt und immer für Tipps zu haben: gern in die Kommentare.

Und auch im neuen Jahr: cheerio and stay different!
Eure