Montag, 24. Juli 2017

Lebenszeichen...

Meine lieben alternativen Menschen!

Hallo? Ist da irgendjemand? Ja, allerdings - ich lebe noch. Nachdem der vergangene Post von Victor euch über unsere persönlichen WGT-Erfahrungen informiert hat, wird bald eine kleine Outfit-Review meinerseits folgen - wie versprochen! Oberflächlicher Mädelskram also :D

Und wieder einmal muss ich meine eher gering ausgeprägte Aktivität hier auf meinen vollen Terminplan schieben. Aber - wie die meisten von euch wissen - ich studiere neben dem Bloggen ;) Nun beginnt mal wieder die vorlesungsfreie Zeit, die natürlich geprägt ist von schriftlichen Arbeiten, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass ich es auch nebenbei schaffe, diesen mir doch mittlerweile ein wenig am Herzen liegenden Blog ein wenig zu füttern - und vielleicht hält Victor ja auch noch das ein oder andere Schmankerl für euch bereit?

Lassen wir uns doch alle mal ein wenig überraschen. An Ideen mangelt es mir jedenfalls nicht, hoffentlich finde ich die Zeit und auch die Muße, sie umzusetzen. Denn jeder von euch, der selbst schreibt, kennt das sicherlich: mal läuft's, mal eben nicht.

Also: bis dahin, ihr Lieben!
Cheerio and stay different!

Eure 




Donnerstag, 8. Juni 2017

Post Mortem: Wave-Gotik-Treffen 2017

Das Wave-Gotik-Treffen 2017 ist vorbei, und natürlich waren auch Mina und ich wieder dabei, nachdem wir im letzten Jahr aus verschiedenen Gründen aussetzen mussten. Der Post-WGT-Blues hat uns zwar noch im Griff, aber das Gedächtnis wird nicht besser, daher ist jetzt also ein guter Zeitpunkt, einen kleinen Rückblick anzustellen, solange die Erinnerungen noch frisch sind.

Anreise

Die Anreise ist zwar lang, aber dank hervorragender Beschilderung auf den Autobahnen können wir Staus umfahren, und auch innerstädtisch hat sich Leipzig in diesem Jahr mit Baustellen und Sperrungen zurückgehalten, so dass wir pünktlich bei unserer gemieteten Ferienwohnung ankommen. Für mich ist immer schon die Ankunft in Leipzig ein Höhepunkt, denn spätestens wenn ich die Löwenskulptur an der B2 am Stadtrand oder auch die vielen erst teilweise sanierten Altbauten sehe, stellen sich bei mir so richtig WGT-Feeling und Freude auf die kommenden Tage ein.

Die wichtigsten Programmpunkte am Ankunftstag sind neben der Wohnung natürlich die Verpflegung und das Festival-Bändchen. Letzteres können wir uns an der Ausgabe beim Bahnhof abholen, wo wir dieses Mal erfreulicherweise nur eine kurze Schlange vorfinden, weil die Ausgabe schon seit mehr als zwei Stunden geöffnet und so der erste Ansturm schon abgearbeitet ist. Nach den nötigsten Besorgungen im Supermarkt lassen wir den Abend dann ruhig in unserer Ferienwohnung ausklingen. Natürlich könnten wir auch noch eine der Eröffnungsparties besuchen, aber in meinem fortgeschrittenen Alter *hust* war der Tag schon anstrengend genug, so dass wir uns dagegen entscheiden.

Tag 1: Freitag

Freitag ist VicPick-Tag. Natürlich sind auch wir wieder zum mittlerweile viel gescholtenen Victorianischen Picknick im Clara-Zettkin-Park gewandert, und natürlich ist es wieder genau so, wie wir es erwartet hatten, und noch viel schlimmer. Ich gebe zu, ich schaue es mir trotzdem sehr gern an, außerdem wollen wir Freunde treffen. Uns ist klar, dass es wieder unglaublich voll sein wird, dass es unglaublich viele Leute geben wird, die nur dorthin gehen, um sich fotografieren zu lassen, und dass das Ganze mehr einem Karneval als einem Picknick ähneln wird. Für mich hat das Picknick mittlerweile ohnehin nur noch wenig mit der Szene zu tun, ich betrachte es mehr wie einen Jahrmarkt oder Theater mit Zuschauerbeteiligung. Was für mich aber in diesem Jahr den Vogel abschießt, sind die Tische und Kleiderständer, die von einigen Besuchern aufgebaut werden, um Schmuck, Deko oder wahlweise abgelegte Kleidung zu verkaufen. In der Folge sind die ohnehin schon überfüllten Wege natürlich noch verstopfter, so dass ein Vorankommen kaum noch möglich ist. Wir finden trotzdem erst unsere Freunde und dann etwas abseits auch noch ein recht ruhiges Plätzchen, an dem wir uns relativ ruhig und ungestört hinsetzen und unterhalten können. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nach dieser Erfahrung überlege, ob wir wirklich nächstes Mal wieder das Picknick besuchen sollten oder lieber eine der vielen anderen Rahmen-Veranstaltungen. Vielleicht gehen wir auch einfach mit einem Picknick-Korb in einen anderen Park...

Mina und ich beim Victorianischen Picknick

Freitag sollte aber auch unser erster Tag mit Konzerten werden. Natürlich haben wir uns schon zuhause einen Plan gemacht, welche Bands interessant erscheinen, und uns insbesonders auch Bands heraus gesucht, die wir noch nicht kennen oder zumindest noch nicht live gesehen haben. Aber bekanntlich überlebt kein Plan den Kontakt mit der Realität, und so landen wir nach einem kurzen Zwischenstopp zuhause (also in der Ferienwohnung) wieder bei Aeon Sable und Whispers in the Shadows im Felsenkeller, obwohl wir beide Bands erst im letzten November live gesehen hatten. Natürlich sind sie wieder einmal großartig, und besonders Aeon Sable rocken das Haus derartig, dass das wohl als eins ihrer besten Konzerte gelten darf. Der Felsenkeller ist übrigens gar kein Keller, sondern ein recht hübscher Saal, und obwohl dies schon mein sechstes WGT (verteilt über sechzehn Jahre) ist, sehe ich ihn in diesem Jahr zum ersten Mal von innen.

Der Felsenkeller 

Das Wetter ist erwartungsgemäß sommerlich warm und die Temperaturen pendeln sich um die 29 Grad ein, also rechnen wir damit, dass es auch in den Locations entsprechend heiß wird. Allerdings ist die Belüftung im Felsenkeller quasi nicht vorhanden, lediglich zwischen den Konzerten werden die Notausgänge geöffnet, mit dem Erfolg, dass man bei gefühlt 40 Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit buchstäblich im eigenen Saft brät. Warum die auf der Galerie vorhandenen Ventilatoren nicht laufen, um wenigstens für etwas bewegte Luft während der Konzerte zu sorgen, wird wohl ein Geheimnis der Veranstalter bleiben... 

Die Vleischerei schräg gegenüber

Zwischen den Konzerten besorgen wir uns schräg gegenüber in der Vleischerei (einem rustikalen vegetarischen Grill/Bistro) etwas zu essen. Für die Vegetarierer und Veganer unter unseren Lesern ist das definitiv ein Tipp, wenn ihr mal Leipzig besucht, denn die angebotenen Gerichte sind wirklich gut gemacht, lecker und reichlich für das Geld. 

Mina bei der Nahrungsaufnahme

Als Abschluß des Tages pilgern wir dann noch ins DarkFlower, Leipzigs wohl bekanntesten alternativen Club, wo an diesem Abend unter anderem bekannte Musiker und Szene-DJs wie Adrian Hates (Diary of Dreams) und Ronny Moorings (Clan of Xymox) auflegen.

Tag 2: Samstag

Der Samstag beginnt damit, dass wir wieder einmal viel zu spät los kommen. Wir müssen erst noch schnell ein paar Dinge besorgen, die wir in der Eile vergessen haben, also begeben wir uns in die Innenstadt, die zu diesem Zeitpunkt natürlich brechend voll ist, nicht nur mit WGT-Besuchern, sondern auch mit Leipzigern, Besuchern und natürlich Fotografen. Es ist warm (wenn auch nicht so warm, wie vorhergesagt, sondern nur etwa 26 Grad) und die Menschenmassen nerven, aber wir sind ja eh nur auf der Durchreise. 

Geplant ist, dass wir uns ins Täubchenthal begeben um dort die Scary Bitches und Bloody, Dead & Sexy zu sehen, alternativ erscheint uns das Stadtbad mit The Agnes Circle und später Lebanon Hanover attraktiv. Letztere haben wir zwar auch erst kürzlich gesehen, aber wer sagt, dass man eine Band nur einmal im Jahr sehen darf? 

Also auf in die Agra! Wait ... what? 

Ja, genau, da die Konzerte noch Stunden in der Zukunft liegen, entschließen wir uns, erst einmal die Agra zu besuchen, quasi als Bestätigung, dass wir auch wirklich, wirklich beim WGT sind. Und natürlich um die Leute zu begaffen und ein wenig einzukaufen, denn obwohl wir keine Fans des Kommerzes rund um die Szene sind, können wir uns dem doch auch nicht komplett verschließen. Die Fahrt in der Schwarzen Linie 31 von der Innenstadt zum Agra-Gelände dauert 45 Minuten, doch uns kommt es vor wie Stunden, auch weil wir einen Teil der Strecke stehen müssen und es in der Bahn unerträglich warm ist. Dafür sind die Ordner am Agra-Eingang wie immer freundlich (und das schreibe ich ganz ironiefrei), filzen meine Tasche mit den Besorgungen aus der Innenstadt nur ganz kurz, und schon sind wir auf dem Gelände. Hier ist natürlich wieder alles bunt und laut, aber so wollen wir es, sonst wäre es ja langweilig.

Straßenbahnfahren ist Tradition beim WGT

Wir stürzen uns in das Gewühle der Verkaufshalle ... und bleiben für die nächsten viereinhalb Stunden darin hängen. Es ist noch wärmer und noch lauter als draußen, und ich frage mich wiederholt, wie die Verkaufenden das den ganzen Tag aushalten, ohne irre zu werden. Trotzdem kämpfen wir uns tapfer weiter durch die Stände, probieren Klamotten an (naja, Mina probiert und ich gebe mehr oder weniger passende Kommentare ab), schauen uns Schmuck und Dekorationsobjekte an und sind wieder einmal überrascht, wieviel ... Kram ... man doch der Szene verkaufen kann.

Nachdem wir unsere Energie mit leckeren vegetarischen Gerichten vom Stand direkt vor der Messehalle aufgefrischt haben, begeben wir uns in die Konzerthalle, um VNV Nation zu sehen, die erst um 23 Uhr als Headliner spielen. Das Konzert halten wir aber nicht bis zum Ende durch. Zum Einen, weil es trotz der RIESIGEN Halle tierisch voll und warm ist. Zum Anderen, weil wir beide vertikal benachteiligt sind und einfach nichts von der Bühne sehen (wieso zum heiligen Batman gibt es eigentlich keine Videowand?), und nach einiger Zeit sind VNV Nation, obwohl wir sie eigentlich grundsätzlich mögen, irgendwie auch nur noch elektronischer Bumm-Bumm-Kram...

Die Agra-Hallen sind riesig: das kleine Schwarze in der Mitte ist Mina... 

Da wir noch nicht nach Hause wollen, gehen wir also in die Halle 4.2, den Diskosaal der Agra. Hier finden wir aber ebenfalls nur elektronischen Bumm-Bumm-Kram, und auch im Treffen-Café hält es uns nicht (die "Trash, Classix & strange sounds" sind uns dann irgendwie doch zu strange und trashig), und so machen wir uns schon kurz nach ein Uhr wieder auf den Heimweg.

Tag 3: Sonntag

Der Sonntag begrüßt uns mit Regen. Wunderbar, das motiviert uns ... nicht besonders. Aber glücklicherweise lässt der Regen gegen vierzehn Uhr nach, und die Sonne kommt heraus. Es ist kühler als die Tage zuvor, aber das ist nicht unangenehm. Auf dem Weg zur Straßenbahn entdecken einen winzigen Subway, an dessen Außenwand ein Gemälde prangt, das den Blick durch ein Fenster in einen Subway darstellt. Als wäre das nicht schon meta genug, scheinen alle Besucher des gemalten Subway in Schwarz gekleidet zu sein. Zufall? 

Subwaygemälde am Subway mit schwarz
gekleideten Subway-Gästen

Wir steigen in die Bahn und finden uns wenig später auf dem Agra-Gelände wieder. Moment, schon wieder Agra? Hatten wir nicht geplant, uns irgendetwas vom Rahmenprogramm anzuschauen? Oder die Bands, die im Volkspalast spielen, wie Lea Porcelain, Bleib Modern oder Whispering Sons? Jaaaa, aber She Past Away spielen in der Agra, und weil wir sie mögen und auch sonst etwas träge sind und später noch The 69 Eyes spielen sollen, die Minas Einstieg in die Szene Anfang der 2000er mit ihrem "Blessed Be"-Album begleitet haben und deshalb unbedingt gesehen werden wollen, nehmen wir wieder den Weg des geringsten Widerstandes. She Past Away haben wir zwar auch erst kürzlich gesehen, aber ... nunja, sie sind gut, und sie ein zweites Mal zu sehen schadet auch nicht. 

Zwischendurch suchen und finden wir das wohl beste italienische Restaurant Leipzigs, das Ristorante Pizzeria Natalina. Geführt von Italienern, inklusive einer trotz Stresses sehr netten und aufmerksamen italienischen Mama, und in kleinen, verwinkelten und sehr heimeligen Räumen beheimatet, ist das Ristorante an diesem Abend so voll, dass wir erst auf einen freien Platz warten müssen. Interessanterweise scheinen wir die einzigen WGT-Besucher hier zu sein, obwohl es nur zwei-, dreihundert Meter vom Connewitz Kreuz entfernt ist. Das Essen ist ausgezeichnet, und irgendwie schaffen wir es, sogar noch schneller als die anderen Gäste bedient zu werden. Aber vielleicht liegt das auch an unseren vergleichsweise einfachen Gerichten (Pizza, Salat und Gnocchi ... die besten, die ich bisher hatte), das Ristorante bietet daneben aber auch für den gehobenen Geschmack so einiges auf der Karte. 

Eiskaffee geht auch an kühlen Tagen

Zurück in der Agra schauen wir uns die 69 Eyes an. Naja, Mina schaut. Ich sitze an der Seite und versuche, meine verkrampften Rückenmuskeln zu lockern. Das Alter und die im Alltag mangelnde Bewegung sorgen wohl dafür, dass ich es nicht gewöhnt bin, über längere Zeit zu versuchen, zwischen den Köpfen und Schultern wesentlich größerer Menschen hindurch einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Hatte ich schon erwähnt, dass in meinen Augen das größte Versäumnis in der Agra die fehlende Videoleinwand ist?

Nach dem Konzert machen wir einen Rundgang durch die Verkaufshalle (jupp, schon wieder) und unterhalten uns eine Weile mit dem Inhaber des einzigen Vintage-Standes/Shops (Vintage13) in der Halle, um dann Halle 4.2 aufzusuchen, in der an diesem Abend unter anderem Honey von Welle:Erdball auflegen soll. Honey und die anderen DJs enttäuschen uns aber mit zu viel elektronischem Kram und nicht nachvollziehbaren Aneinanderreihungen verschiedenster, nicht zueinander passender Songs. Also ziehen wir uns zum Abschluß wieder ins Treffen-Café zurück, wo an diesem Abend eher klassische Songs aus den 80ern und 90ern zelebriert werden.   

Tag 4: Montag

Der Montag begrüßt uns mit ... ? Genau, Regen. Aber nur kurz, dann wird es trocken und nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm. Wir sind spät auf und daher noch später erst aus dem Haus. Das macht jedoch nichts, denn wir begeben uns auf mehr oder weniger direktem Weg zum Treffen der Spontis-Familie im Park hinter der Moritzbastei. Als regelmäßige Leser und Kommentatoren wollen wir uns natürlich auch mal die Leute hinter den Artikeln und Kommentaren anschauen. Leider sind wir beide eher introvertiert, und auf eine größere Gruppe uns unbekannter Menschen zu treffen und eventuell auch noch mit ihnen zu reden, erfüllt uns erst einmal mit Angst und Schrecken, begleitet von leichter Übelkeit und kribbelnder Kopfhaut. Robert, Initator und treibende Kraft hinter dem Blog, ist glücklicherweise leicht zu erkennen, und nach der Vorstellung merken wir, dass er mindestens ebenso aufgeregt ist wie wir, und vermutlich trifft das auch auf viele der anderen Anwesenden zu.

Unglücklicherweise beginnt es bald erneut stark zu regnen, und als sich auch noch ein Gewitter und zunehmende Kälte bemerkbar machen, beschließen wir aus Sicherheitsgründen (im Gewitter unter Bäumen zu stehen, ist nicht empfehlenswert) und weil Mina durch den Regen und die Kälte noch mehr friert als üblich, weiter zu ziehen. Um dem Sturzbach von oben zu entgehen, machen wir kurz Halt in einem Café, wo wir in einem netten Gespräch mit einem Leipziger Pärchen auch anklingen lassen, dass Fetischpferde und Live-Rollenspieler nicht unbedingt Kernkompetenzen der Szene sind. Kleine Korrekturen des Außenbildes können nicht schaden...

Das sonstige Rahmenprogramm ist an diesem Montag eher dünn gesät, offenbar konzentriert man sich mehr auf die anderen Tage. Da uns auch viele der an diesem Tag noch spielenden Bands nicht so zusagen, machen wir uns noch ein letztes Mal auf den Weg ... genau, zur Agra. Getrieben von der Hoffnung, in der Messehalle vielleicht doch noch ein Schnäppchen zu machen (die aber, wenn überhaupt vorhanden, trotz des letzten Tages nur dünn gesät sind), für Mina (die schon halb erfroren ist) eine wärmende Jacke zu finden oder unverhofft auf bekannte Menschen zu treffen, treiben wir uns nun noch ein paar Stunden auf dem Gelände herum. Aber da man, wie es heißt, aufhören soll, wenn es am schönsten ist, beschließen wir bald, den Abend lieber in der Ferienwohnung bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen, und beenden so quasi offiziell unser Wave-Gotik-Treffen 2017 auf der Couch statt bei einer der Abschlussparties.

Heimreise

Nachdem wir bei freundlichem Wetter (Verdammt! Warum nicht so am Montag? ) aus dem Bett finden und all unser Hab und Gut ins Auto verfrachten, beschließt Mina, dass wir noch kurz beim DarXity-Shop (ein Leipziger Gothic-Shop um die Ecke) vorbei schauen müssen, bevor wir uns endgültig verabschieden. Wir scheinen jedoch nicht die Einzigen mit dieser Idee zu sein, und so ist der Shop trotz der frühen Stunde gut gefüllt mit (vermutlich) anderen WGT-Besuchern. Erst eine Stunde später sitzen wir dann schließlich im Auto Richtung Heimat. 

So ganz ist die Reise dann aber doch noch nicht zu Ende, denn unsere knurrenden Mägen und die Neugier drängen uns, noch einen Abstecher von der Autobahn nach Weimar zu machen. Wir finden eine kleine, aber sehr hübsche Stadt vor, deren touristisches Potenzial sich nicht nur in schönen Gebäuden erschöpft. Eine gute Mahlzeit und ein Gewitter später sitzen wir dann aber trotzdem wieder im Fahrzeug, mit dem Vorsatz, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt Weimar noch einmal zu besuchen und genauer in Augenschein zu nehmen. Die restliche Reise ist geprägt von wechselndem Regen und Sonnenschein.

Und auch wenn wir das WGT schon vermissen, ist es doch ein gutes Gefühl, wieder nach Hause zu kommen. 

Fazit

Alles in Allem war auch dieses Wave-Gotik-Treffen wieder sehr schön, auch wenn wir wieder einmal nur die wenigsten für uns interessanten Konzerte und nichts vom Rahmenprogramm des WGT mitbekommen haben. Das ist wohl unser größtes Manko: trotz der vielen Angebote schaffen wir es oft einfach nicht, sie auch wahr zu nehmen, teils aus Trägheit, teils aber auch, weil sich Konzerte und beispielsweise Lesungen oder Führungen oft zeitlich überschneiden und die Entfernungen zwischen den Locations die Terminkollisionen noch verschärfen. 

Was wir uns für das nächste Mal daher definitiv vornehmen: früher losgehen, mehr vom Rahmenprogramm mitnehmen, mehr Leute kennen lernen und uns bei allem Rummel, Karneval und sonstigen unangenehmen Begleiterscheinungen das Wave-Gotik-Treffen als eine Art Familientreffen nicht nehmen zu lassen.  

Donnerstag, 25. Mai 2017

Wunderschöner schwarzer Vintage-Hut: WGT-Vorbereitungen sind im Gange

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Noch eine Woche, dann beginnt die Reise: 400km auf deutschen Autobahnen quer durchs Land, um zu Pfingsten die schwarze Pilgerstätte zu erreichen: Leipzig. Und welcher Festivalbesucher kennt sie nicht: die Frage nach der angemessenen Bekleidung. Für das Wave-Gotik-Treffen gehört dies für mich schon zum Ritual dazu. Und selbstverständlich fällt doch immer das ein oder andere Teil ein, was noch zum perfekten Outfit fehlt.

Vor ein paar Tagen bin ich mal wieder durch den Second-Hand-Laden um die Ecke gestreift, mit dem Ziel, vielleicht noch das ein oder andere Vintage-Accessoire ausfindig zu machen, um meine diesjährigen Outfits zu komplettieren. Und siehe da, an diesem wunderschönen schwarzen Hut konnte ich doch nicht vorbei gehen:




Ist er nicht eine kleine Schönheit? Ein wenig ramponiert ist er leider noch, man sieht ihm seine Jährchen an, was natürlich auch z.T. den Vintage-Charme ausmacht. Nadel und Faden müssen wohl trotzdem nochmal her, um das Gröbste zu beseitigen. Und vielleicht werde ich ihn bei der Gelegenheit auch noch mit der ein oder anderen kleinen Besonderheit versehen? Kleine Mini-Totenkopf-Perlchen an der Krempe? Ich denke, er wird in jedem Fall in diesem Jahr mein Outfit bereichern, und ich habe auch schon ziemlich genaue Vorstellungen, wozu ich ihn kombiniere. Und selbstverständlich werde ich euch nicht vorenthalten, wozu ich mich entschlossen haben. Nach dem WGT wird ein komplettes Festival-Review folgen. Natürlich auch zu den Outfits.

Den heutigen Feiertag werden Victor und ich wohl für ein kleines Kleiderschrank-WGT-Outfit-Planungs-Manöver nutzen, denn, wie bereits festgestellt: es ist nur noch eine Woche! Wer weiß, welche absolut wichtigen Dinge uns noch einfallen, die wir in den wenigen verbleibenden Tagen noch organisieren oder besorgen müssen, um ein angemessenes Äußeres zu kreieren ;).

Btw: ich hab den World Goth Day verpennt. Sowas... Naja. Nur mal so am Rande.

Also: vielleicht bis nächste Woche in Leipzig, meine Lieben! 

Eure

 


 

Samstag, 20. Mai 2017

American Horror Story Season 5 - Die Goth-Staffel?

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Ich, als bekennender Cineast, kann natürlich auch von Serien nicht die Finger lassen - ja, ich oute mich hiermit auch als Serienjunkie! Viele mal mehr mal weniger aktuelle serielle und für den europäischen Markt aufbereitete Produktionen flimmerten wohl schon einmal über einen meiner Bildschirme. So natürlich auch American Horror Story, habe ich doch eine besondere Neigung für das Horror/SF/Fantasy-Genre.

Vielleicht kurz allgemein zur Serie: die nunmehr 6 Staffeln zählende US- amerikanische Horror-Fernsehproduktion zeichnet aus, dass jede Staffel ihren eigen Plot erzählt, dies allerdings z.T. mit den gleichen Schauspieler (ich sage nur: Kathy Bates! Wie ich diese Frau  spätestens seit Misery einfach nur liebe), die zumeist allerdings andere Rollen verkörpern - aber eben nur zumeist. Manchmal gibt es auch Charaktere, deren Geschichte staffelübergreifend erzählt wird. Ein sehr interessanter Ansatz, wie ich finde.



Und nun speziell zur 5. Staffel. Wie komme ich dazu, die 5. Staffel als Goth-Staffel zu titulieren (die eigentlich American Horror Story Hotel heißt)? Erstens: eine ganze Menge Songs des Soundtracks kommen von Szenegrößen: Bauhaus, The Cure, The Sisters of Mercy, Joy Division, Siouxsie and the Banshees, The Jesus and Mary Chain, Depeche Mode, New Order, Nick Cave and The Bad Seeds and so on (passt übrigens auch ganz gut zur allgemeinen 80ies Ästhetik). Zweitens: die Horror-Thematik, um die es sich hier dreht: Vampirismus (neben einer Menge Geistern,  die ebenfalls ihr Unwesen treiben). Wohl ein nicht aus der Szene wegzudenkendes Oberthema (ob man dies nun gutheißt, oder nicht),  und sei es nur, wegen seiner Ästhetik: weiße Haut, eine dunkle und zugleich anziehende Ausstrahlung, rote Lippen (ok, zugegeben, diese muss man bei Vampiren wohl eher dem aufgenommenen Blut zuschreiben), ausgefallener, oft aufreizender Stil... 
Aber ein ganz großes Manko gibt es für mich: Lady Gaga in der Hauptrolle als "Obervampirin". Lady Gaga!?! Echt jetzt? Da geben sich die Drehbuchautoren so viel Mühe, einen alternativen Serienplot zu erzeugen, bauen ne ganze Menge alternative Songs und Vampir-80ies-Attitüde ein und dann so ein Griff ins Klo bei der Besetzung der Hauptrolle. Jaja, ich weiß: aber Lady Gaga ist doch so alternativ! Nein. Ist sie nicht. Sorry, lieber Leser, wenn ich dir deine Illusion rauben muss: sie ist ein popkulturelles Kunstprodukt, das eine ziemliche Menge Geld durch ihren Vermarktungsstrategien bekommt. Das, was sie "schockierendes" macht, ist absolut angepasst an den Mainstream und hat Madonna schon vor 30 Jahren bekannt und reich gemacht (mal wieder ein Beleg für die Popkultur als Wiederkehr des Immergleichen). Und Kathy Bates in einer popeligen Nebenrolle... Ich kann gar nicht so laut die Augen verdrehen, wie ich es gern tun würde. Klar: Lady Gaga ist während der halben Staffel ziemlich leicht bis gar nicht bekleidet unterwegs, womit man vermutlich die sexuelle Anziehungskraft, die Vampiren des öfteren nachgesagt wird, unterstreichen wollte und das hätten vermutlich auch die meisten Schauspieler nicht einfach so gemacht. Aber das macht das Ganze für mich doch eher billig, als dass eine ernsthaft anziehende Aura um die Figur entstanden wäre. Und übrigens: schauspielerisches Talent hab ich auch nicht gesehen. Aber vielleicht war ich auch ein wenig voreingenommen, nur ein winziges bisschen.

Aber gut. Ich habe die Staffel natürlich trotzdem bis zum Ende geschaut -  einmal angefangen, muss man es ja auch zu Ende bringen (sind wir nicht alle ein bisschen Sheldon?). War ganz nett. Vor allem der Soundtrack hat es mir natürlich versüßt. Wer es noch nicht getan hat, kann sich ja gern selbst mal ein Bild machen. Wer die Staffel schon gesehen hat, darf gern seine Meinung in den Kommentaren zum Ausdruck bringen.

Und noch was anderes: hey - keine 2 Wochen mehr bis zum WGT! Vielleicht sieht man sich ja!

Bis dahin:

Cheerio and stay different!



Sonntag, 23. April 2017

Für alle Cineasten: Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Heute gibt es mal wieder ein wenig Kultur. Wie einige von euch wissen, studiere ich Film. Nicht zuletzt, weil ich selbst natürlich ein großer Filmfreund bin, vor allem vom Horror/SF/Fantasy-Film, ich mag es sehr überraschenderweise ernst, spooky und morbide. Da ich immer wieder die Erfahrung mache, dass viele von "uns" sich ebenfalls dafür interessieren (für Film und vor allem auch für das Horrorgenre), dachte ich, ich gebe dem Ganzen auch mal ein wenig Raum auf meinem Blog.

Vergangene Woche habe ich die neue Ausstellung im Deutschen Filmmuseum/Deutschen Filminstitut in Frankfurt besucht: ROT - Eine Filminstallation im Raum.  

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.

Grob gesagt: es geht um die Farbe Rot im Film. Was assoziieren wir mit Rot? Einig sind wir uns wohl darüber, dass Rot eine äußerst auffällige Farbe ist, die die Aufmerksamkeit sofort auf sich zieht. Sie steht für Gefahr und Aggression, aber sie ist auch die Farbe der Liebe, der Leidenschaft und des Lebens. Sie ist aufreizend und angsteinflößend zugleich.

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.
 
Die vielen z.T. sehr konträren Assoziationen macht sich der Film zunutze und setzt Rot in unterschiedlichsten Kontexten ein. Ein rotes Kostümbild rückt gewisse Figuren in den Mittelpunkt, flaniert die aufreizende Dame doch stets im roten Kleid durch die Bar, Dorothy schlägt in Der Zauberer von Oz die Hacken ihrer roten Lackschuhe zusammen (übrigens ganz nett aufgegriffen in Lynchs Wild at Heart) und auch das Mädchen im roten Mantel in Schindlers Liste, anhand dessen die grausamen NS-Verbrechen abgehandelt werden, ist sicherlich jedem, der diesen Film gesehen hat, noch in reger Erinnerung. Auch die Maske arbeitet häufig mit Rot: die verführerischen roten Lippen der wunderbaren Marilyn Monroe, rote Nägel kennzeichnen gern mal die Femme Fatale. Eine ganz besondere Rolle nimmt die Farbe Rot natürlich auch deswegen ein, weil es die Farbe des Blutes ist - so findet sie im Horror-/Splatter-/Körperhorrorfilm, als einfaches Beispiel sei das rote Blut in Bram Stoker's Dracula genannt, aber auch im Actionfilm oder in der Liebeskomödie reichlich Verwendung. In der Ausstellung kann man nun thematische Zusammenschitte verschiedenster Filme, auch jenseits des Mainstreams, betrachten. Im Übrigen gibt es eine "FSK 16" Abteilung...

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.

 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.


 Ausstellung - ROT - Eine Filminstallation im Raum.
 
Kino und Rot gehören doch auch irgendwie zusammen, oder nicht? Sind nicht die guten alten Kinosäle mit mal mehr mal weniger bequemen roten Kinosesseln ausgestattet? Und wird nicht auch häufig der rote Vorhang vor der Leinwand gelüftet? Naja, ich gebe es ja zu, in den heutigen riesigen Cinewhatever-Komplexen ja leider nicht mehr...

Nicht nur auf Grund der Filme an sich kann ich einen Besuch der Ausstellung empfehlen. Es gibt reichlich random information und auch die allgemeine visuelle Gestaltung, die Stimmung, die durch den komplett in Schwarz gehaltenenen Ausstellungsraum und gezielt eingesetzte rote Lichteffekte erzeugt wird, ist durchaus interessant. Wer mehr erfahren möchte: hier geht es zur offiziellen Seite.

Vielleicht konnte ich ja den ein oder anderen von euch mal wieder zu einem Museumsbesuch anregen? Oder sogar zu einem Besuch im Filmmuseum?

In diesem Sinne: Cheerio and stay different!

Eure




Freitag, 7. April 2017

Yay - WGT-Tickets 2017 sind angekommen!

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Nachdem ich beim letzten Mal ja nicht dabei sein konnte, ist meine Freude über das, was mir mein Postbote vergangenene Woche gebracht hat noch viel größer: unsere Tickets für das diesjährige Wave-Gotik-Treffen sind angekommen!


WGT- Tickets 2017


Sind sie nicht hübsch? Mal wieder ein schlichtes Design in diesem Jahr - schwarze Karten in Kombination mit einer leicht glänzend türkis farbenen geprägten Schrift - like! 

Und auch das bisher bekannte diesjährige Line-Up kann sich wohl sehen lassen. Auf einige Bands freue ich mich dieses Jahr ganz besonders, nicht zuletzt, weil ich sie alle schon einmal live bewundern durfte und dies gern erneut tun würde: Der Fluch, Aeon Sable, Lebanon Hanover und She Past Away. Zu der ein oder anderen Formation findet ihr hier schon Konzertreviews meinerseits.
Und natürlich werde ich mir auch andere Bands anschauen, die ich bisher noch nicht live kenne. Darunter werden auf jeden Fall The 69 Eyes sein! Zwar muss ich ehrlich gestehen, dass mir die Jungs mit ihrer derzeitigen Art der Musik nicht mehr so 100% zusagen (ich habe mir die letzten beiden Alben, die erschienen sind, noch nicht angehört), aber mit ihrem blessed be Album haben sie mich als Teenager in meiner "Grufti-Selbstfindungsphase" definitiv sehr stark beeinflusst (an dieser Stelle mal ein Hoch auf den Goth Rock).
Auch interessant für mich: Andi Sexgang, Bloody, Dead and Sexy, The Devil and the Universe, Whispering Sons... und auch einige elektronische Bands, wie VNV Nation, Suicide Commando oder auch Cephalgy... 
Und natürlich freue ich mich auch schon sehr darauf, neue Formationen kennen und lieben zu lernen. Wie kann man das besser, als zufällig auf einem Konzert? Wie ich mich kenne, werde ich mich wieder gefühlte 2 Stunden bevor ich mich auf den Weg nach Leipzig mache durch Millionen von YouTube-Listen klicken, um festzustellen, welche der Bands, die noch so spielen, was für mich wären (um letztendlich auf dem WGT doch wieder ganz andere anzuschauen, weil alles mit dem Zeitplan sowieso nicht passt :D).

Nun gut. Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen, in denen sicherlich noch die ein oder andere Formation zum Line-Up hinzukommt. Denn, wie wir ja alle wissen, häufig trudeln zum Schluss noch ein paar ziemlich nette Namen ein. Wer mehr zum bisherigen Line-Up des diesjährigen Wave-Gotik-Treffens lesen möchte: hier geht es zur offiziellen Homepage des Festivals.

Dieses Jahr auch auf dem WGT? Anyone? Vielleicht sieht man sich!

Cheerio and stay different!
Bis zum nächsten Mal.

Eure




Montag, 27. März 2017

Muss ich eigentlich meine DocMartens die nächsten 2 Jahre einmotten?

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Na? Post-Titel gelesen und sofort verstanden? "Muss ich eigentlich meine DocMartens die nächsten 2 Jahre einmotten?" Wie oft habe ich mich das die letzten Wochen und Monate schon gefragt.

Aber mal auf Anfang: wie den Füchsen unter euch sicherlich auch schon aufgefallen ist: DocMartens sind (mal wieder) im Mainstream angekommen. Waren es noch vor ein paar Monaten die Nike Airs, die die Mainstream- Instagramarellas in wagemutigen Posen die Beine in die Luft schwingend für die Kamera in Szene gesetzt haben, sind es jetzt - zu meinem großen Bedauern - DocMartens. Die Kulturindustrie hat es mal wieder geschafft, sich ein Randphänomen einzuverleiben und gewinnbringend zu vermarkten.

Als Anhänger gewisser Szenen gehören Docs einfach zum guten Ton. So findet man sie wohl am häufigsten an den Füßen diverser Punks, verziert mit der ein oder anderen Edding-Kritzelei und Anarchie-Symbolen. Alternativ schmücken sie aber natürlich auch die Beine verschiedenster Goth-Subgenre-Gänger, Metalheads oder Teddys...

Vor ein paar Jahren haben sie dann natürlich auch Einzug in meinen Kleiderschrank gehalten. Natürlich gleich die 20-Loch Variante - wozu kleckern, wenn man klotzen kann ;) Nein, eigentlich war ich nach etlichen Jahren Undercover-Boots einfach auf der Suche nach einem Paar Springerstiefeln, die nicht ganz so extrem klobig waren. Außerdem haben sie einen seitlichen Reißverschluss - klarer Vorteil! Jeder kennt das gefühlt Stunden dauernde Schnürritual vor dem Disko-Besuch.


Heute bin ich wirklich froh, dass ich mich schon damals für diese Variante entschieden habe, denn die scheinen dann für die Ladies doch ein wenig zu derbe zu sein, bevorzugen sie doch die Schnürschuh- oder maximal 14-Loch-Docs. Trotzdem habe ich mir ernsthaft darüber Gedanken gemacht, ob ich sie nicht einfach die nächsten 2 bis 3 Jahre einfach einmotten sollte. Und dann, wenn die Ladies einem neuen Trend hinterherjagen, wieder raus damit. Anziehen - und für out gehalten werden - yay! Fände ich 'ne gute Sache, prinzipiell übrigens. Ich fände es ganz nett, wenn der Goth-Hype in der Modeindustrie mal langsam wieder abflachen würde. Möchte nicht mehr länger für einen Fashion-Victim gehalten werden... Denn wie sagte Geraldine Stutz schon vor Jahrzehnten: "Fashion says 'Me too', style says 'Only me' ".

Btw - vor ein paar Jahren gab es das gleiche Phänomen im Bezug auf Palästinenser-Schals zu beobachten, erinnert ihr euch? Hat zum Glück auch nicht allzu lange angehalten. Denn eines ist die Modeindustrie mit großer Sicherheit: ziemlich schnelllebig.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Kraft und Ausdauer in dieser schweren Zeit.
Bis zum nächsten Mal!

Eure



Sonntag, 19. März 2017

OOTD - Konzert-Outfit im vintagegoth-Stil

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Heute gibt es seit langer Zeit mal wieder einen kleinen Outfit-Post für euch. Dieses Outfit habe ich beim letzten Konzert getragen, Lebanon Hanover im Wiesbadener Schlachthof.


Grundlage des Outfits ist ein schwarzes true vintage Spitzenkleid, hochgeschlossen, mit Knopfleiste. Dazu gehört ein schlichtes schwarzes Unterkleid. Ja, damals gab es sowas noch. Ein einzelnes Unterkleid zusätzlich zum Kleid - heute findet man doch eher einen eingenähten Lappen, der das Nötigste verdeckt. Aber gut, genug dem Vintage-Lifestyle gehuldigt ;)


Zum Kleid kombiniere ich mal wieder meine Klassiker: eine true vintage Omi-Handtasche, die ich euch in diesem Second-Hand- und Flohmarkfund-Post schon einmal vorgestellt habe, schlichte schwarze Nylons und schlichte Schnürschuhe. Weniger ist mehr und das Kleid ist, wie ich finde, schon Hingucker genug. Ganz oft denke ich bei Goth-Kleidung von der Stange: muss das sein? Müssen zu den Rüschen an dem Teil auch noch Schnallen? Und Nieten? Und Spitze? Am besten auch noch Ösen? Alles zusammen sieht ja super aus - nicht. Liebe China-Modeindustrie: ein bis zwei dieser Gruftie-Klischee-Accessoires reicht doch pro Teil, oder? Nur legitim bei Junggrufties, die sich noch ausprobieren müssen. Und dann passiert es, dass ich als Mensch, der leider selbst nicht allzu begabt ist, was das Nähen angeht, wieder bei H&M lande und dort irgendwelche schwarzen Basics kaufe, was auch nicht unbedingt besser ist. Weil H&M. Aber wenigstens ohne Nieten-Rüschen-Schnallen-Explosion. Meistens. Es sei denn, H&M hat gerade wieder den Gruftie-chic zum Vermarkten entdeckt - so wie es derzeit wieder der Fall ist. Ich finde es schon ziemlich gut, dass in meiner Stadt ein neuer Second-Hand-Laden eröffnet hat, bei dem es neben normaler Kleidung eben auch besondere Vintage-Stücke gibt und wo ich jenes zauberhafte Spitzenkleid entdeckt habe.

Und fast vergessen: meine Totenköpfchen-Perlenkette - ja gut, ein bisschen Klischee darf sein. Sehr gut erkennt man hier aber auch nochmal die Knopfleiste, die das Kleid schliesst.


Auch beim Make-Up neige ich ja eher dazu, klassisch zu bleiben: dunkle Augen, rote Lippen. Eine Kombination, die sowohl im Vintage- und Retro-Stil weit verbreitet ist, als auch im Goth-Stil immer geht. Ich gebe zu, meine Flurbeleuchtung ist suboptimal, um gut ausgeleuchtete Fotos zu schießen. Aber: auch wenn ich auf den Bildern relativ entspannt aussehe - die tatsächliche Szenerie sieht ganz anders aus: mal wieder viel zu spät dran, noch schnell Fotos für den Blog schießen und dann ins Auto springen und losrasen, damit ich nicht wieder den Konzertanfang verpasse (was im übrigen trotzdem passiert ist, sorry Vorband! Es hat nichts mit Arroganz zu tun, dass ich erst zum Headliner komme!). Da fehlt dann einfach die Zeit, die nicht vorhandenen Scheinwerfer zu montieren und man arbeitet mit dem, was man hat: Ikea Deckenlampe. 


So, meine Lieben. Das war es nun erst einmal meinerseits. Sind euch meine neuen Strähnen aufgefallen? Ich liebe sie! Und ich hab so lange gebraucht, mich dazu durchzuringen, sie zu färben... 
Balkenaction - yay!

Bis zum nächsten Mal,

Eure



Freitag, 10. März 2017

Konzert: Lebanon Hanover - 25.02.2017 - Schlachthof Wiesbaden

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Vergangenes Wochenende war es endlich soweit: ich habe die Dark-Wave-Formation Lebanon Hanover live sehen können. Nachdem ich schon einmal vor einem ausverkauften Konzert der Band vor der Location ausgeharrt habe, in der vergeblichen Hoffnung, noch jemanden zu finden, der mir Karten verkauft, war ich dieses Mal schnell genug bei der Kartenbestellung - Schaden macht ja durchaus klug.

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden
 
An besagtem Wochenende traten Lebanon Hanover im Schlachthof in Wiesbaden im Kesselhaus auf. KESSELHAUS ist hier eine ziemlich essenzielle Information btw. Wenn man sich im Wiesbadener Schlachthof nicht wirklich auskennt und vielleicht auch noch übersieht, dass das angepeilte Konzert im Kesselhaus stattfindet, kann dies zu amüsanten Situationen, ja gar Verwirrung sorgen. So pilgerten mein Liebster und ich Richtung Konzerthalle und mussten irgendwie feststellen, dass sich ein wirklich merkwürdig buntes und - naja, wie drücke ich es am besten aus - unter gewissen halluzinogenen Mittelchen stehenden Publikum, vor eben jener versammelt hatte. Und ich dachte mir so: gut, Lebanon Hanover ist ja auch bei dem ein oder anderen pseudoalternativen Hipster recht beliebt. Aber so ein gemischtes Publikum hätte ich jetzt nicht erwartet... Wie sich dann, nach einer ausgiebigen Sicherheitskontrolle durch leicht verwirrt dreinblickendes Sicherheitspersonal herausstellte, fand dort wohl irgendwie ein komplett anderes Konzert statt. Bis jetzt habe ich wirklich keine Ahnung, was dort ging, ich vermute aber, es war irgendwie ne Art Hip Hop Gedöns. Aber gut. Nachdem ich aus dem Hochsicherheitstrakt wieder herausgefunden hatte, habe ich dann auch die korrekte Location gefunden. Merke: Schlachthof Wiesbaden nicht automatisch gleich Kesselhaus.
Aber nun mal zum Konzert. Als Support spielte die Frankfurter Formation Lea Porcelain, von der wir leider nicht ganz so viel mitbekommen haben. Etwas spät dran, nicht zuletzt wegen unserer oben beschriebenen Planlosigkeit, kamen wir in die ausverkaufte Halle. Sich für die letzten 5 Minuten bis vorn durchzumogeln musste nicht sein. Anders als bei Lebanon Hanover, die, wie zu erwarten, ein wirkliches Erlebnis waren. Einfach gut. Absolut empfehlenswert.
Ein kleiner bebilderter Eindruck:

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden
Larissa Iceglass und William Maybelline sind Musiker, denen man anmerkt, dass sie das, was sie da oben auf der Bühne tun, lieben. Und das liebe ich - Musiker, die mit Emotion und vollem Herzen dabei sind. Man muss keine perfekte Bühnenshow abliefern - Passion, das zählt. Das berührt und bleibt im Kopf.

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Lebanon Hanover, Schlachthof Wiesbaden

Und wer sich bis zum Ende der Seite durchgearbeitet hat, bekommt noch dieses besondere Schmankerl: mein Videozusammenschnitt des Abends, ein bisschen im Look eines oldschool Musikvideos.




Meine Lieben, dass war es schon wieder. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig unterhalten und inspirieren, vielleicht zu einem Konzertgang?

In diesem Sinne: cheerio and stay different!

Eure


Dienstag, 28. Februar 2017

Konzert-Review: She Past Away - 21.01.2017 - Schwarzes Heidelberg

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Wie versprochen gibt es heute die Konzert-Review des schon vor längerer Zeit von mir angekündigten She Past Away Konzertes. Im vergangenen Monat, genauer gesagt am 21.01.2017, wanderten mein Liebster und ich ins wunderschöne Heidelberg aus - für einen Abend. Grund hierfür war das Konzert der türkischen Gothic-Rocker von She Past Away, welches schon im Vorfeld bei mir kleine innerliche Freudensprünge auslöste (ein Grufti behält doch immer seine Contenance).

She Past Away, Heidelberg Halle02

Die Halle02 in Heidelberg ist eine ziemlich normale Konzerthalle. Was 'ziemlich normal' heißt? Das heißt, dass ich euch nicht allzu dazu erzählen kann außer: mittlere Größe, alles auf einer Ebene und vorn steht 'ne Bühne. Zum She Past Away Konzert war sie angenehm gefüllt, aber offenbar nicht ausverkauft (was mich auch stark überrascht hätte), was mir persönlich entgegenkommt. Ich brauche dieses Gequetsche nicht unbedingt, um ein adäquates Konzerterlebnis zu verspüren. 

Mit ein wenig Verspätung betraten Volkan Caner und Doruk Öztürkcan die Bühne. Als wir - wie immer zu spät - zur Halle hechteten, standen sie gerade noch draußen und befassten sich mit der "Pre-Show-Zigarette" - praktisch für uns.

She Past Away, Heidelberg Halle02

She Past Away, Heidelberg Halle02

She Past Away, Heidelberg Halle02

Zum Konzert selbst: professionelle Show, mehr als gute Musik (#gothicrocklove). Auf mich wirkte Volkan eher ein wenig introvertiert, Doruk interagierte etwas mehr mit dem Publikum. Vollkommen wertfreie Beobachtung übrigens. Ein paar Schnappschüsse habe ich für euch gemacht, wobei mir wieder einfiel, dass ich mich endlich mal um einen Presseausweis bemühen muss - bessere Cam und so. Btw - weiß zufällig jemand, wie es damit aussieht, wenn man einen nicht kommerzellen Blog betreibt? Anyone? Die Handykamera gibt bei der geringen Beleuchtung halt nur so mäßig gute Fotos her, die die Atmosphäre allerdings auch ganz gut einfangen. Man muss mit dem Vorlieb nehmen, was man hat, nech? #gothtriestobeanoptimist

She Past Away, Heidelberg Halle02

She Past Away, Heidelberg Halle02

She Past Away, Heidelberg Halle02

She Past Away, Heidelberg Halle02

Im Anschluss an das Konzert gab's dann die Schwarzes Heidelberg Party, zu der neben dem Darkfloor in der Mainhall auch noch ein kleinerer NDH-Mittelalter-Folk-Metalfloor geöffnet. Kann man dann ja mal mitnehmen, wenn man sowieso dort ist ;)

Meine Lieben. Das war meine kleine Konzert-Review.
Und die nächste ist in Arbeit: am vergangenen Samstag (25.02.2017) konnte ich endlich Lebanon Hanover live bewundern.

Bis dahin: cheerio and stay different!

Eure